Credit Suisse vor heikler Anhörung

Die Grossbank kämpft dafür, ihr Geschäft mit Pensionskassen in den USA weiter betreiben zu dürfen. Heute liefert sie sich ein öffentliches Duell mit den Gegnern einer Ausnahmeregelung.

Ein heikles Geschäft für die Credit Suisse (CS) steht vor einer weiteren Hürde. Heute Donnerstag müssen Vertreter der Bank beim US-Arbeitsdepartement Departement of Labor (DOL) in Washington zu einer öffentlichen Anhörung vortraben.

Dort haben sie darzulegen, warum die Bank trotz ihrem Schuldbekenntnis von letztem Jahr, US-Steuergesetze verletzt zu haben, weiter amerikanische Pensionskassen bedienen darf. Das berichtete die Agentur «Reuters».

Auch Holocaust-Überlebende mit dabei

Das Treffen verspricht emotional zu werden. An der Anhörung nehmen nicht nur Anwälte und Politiker, sondern auch Konsumentenschützer und gar Holocaust-Überlebende teil, wie die Agentur weiter schreibt. Und die pochen darauf, dass mit der Credit Suisse in den USA strikt nach dem Buchstaben des Gesetzes verfahren wird.

Nach amerikanischem Arbeitsrecht nämlich ist es einem strafrechtlich verurteilten Finanzdienstleister nicht gestattet, Rentenvermögen von Pensionskassen oder Einzelpersonen zu verwalten. Der CS und ihren Geschäftspartnern in die USA drohte damit die Disqualifikation in einem entscheidenden Markt, nachdem die CS letzten Mai im Steuersteit mit den USA 2,5 Milliarden Franken an Bussen zahlte und ein formelles Schuldgeständnis ablegte.

UBS als Vorlage

Dass es im Renten-Wesen der US-Markt wegen eines Banns für die Schweizer Grossbank zu Turbulenzen kommt, ist jedoch nicht im Sinn der US-Behörden. Sogar Präsident Barack Obama setzte sich für eine Ausnahmeregelung für die Schweizer Bank ein, wie auch finews.ch berichtete.

Das zuständige US-Arbeitsdepartement reagierte im vergangenen September, in dem es eine befristete Ausnahmeregelung für die Bank und deren Geschäftspartner vorschlug. Das Provisorium soll nun in den Dauerzustand übergehen. Dies würde es der CS und ihren Geschäftspartnern auf ein Jahr bis auf maximal zehn Jahre hinaus erlauben, das Vorsorge-Geschäft in den USA weiter zu betreiben.

Sinnigerweise empfahl das DOL offenbar der Schweizer Bank, ihr Gesuch an der Version der UBS zu orientieren, der schon Jahre zuvor eine Ausnahme gestattet wurde. Auch die britische Royal Bank of Scotland, die französische BNP Paribas und die Bank of America profitierten schon von solchen Sonderregelungen.

Too Big To Bar?

Das sorgt für Kritik: Die Ausnahmen für Banken würden einfach durchgewunken, diese seien offenbar «Too Big To Bar» – zu gross, um ausgesperrt zu werden, enervieren sich diverse Kreise.

Gegenüber Reuters gab die CS an, dass sie die Rechte der Gegner der Ausnahmeregelung respektiere, deren Argumente hingegen für «nicht relevant» halte.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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