SNB-Strafzinsen: Mindestens 40 Vermögensverwalter müssen bluten

Die von der Schweizerischen Nationalbank eingeführten Minuszinsen auf Girokonten entpuppen sich als Förderprogramm für die Grossbanken. Denn zahlen müssen vor allem Privatbanken und Vermögensverwalter. 

Bei den Schweizer Privatbanken und Vermögensverwaltern herrscht seit letztem Donnerstag Aufruhr. Viele von ihnen sehen sich nicht nur mit massiven Ertragsausfällen auf ihren Dollar- und Euro-Vermögen konfrontiert. Sondern sie stellen überdies fest, dass sie bald happige Strafzinsen auf ihren Guthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) werden zahlen müssen.

«Alle unsere zehn Mitgliedsbanken sind von den Strafzinsen betroffen», erklärte Christoph Gloor, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbanken (ASPB), an einer Konferenz am Dienstag in Bern. «Es geht um 100 Millionen Franken», führte Gloor weiter aus.

Rund 20'ooo Arbeitsplätze betroffen

Auch bei der Vereinigung Schweizerischer Assetmanagement- und Vermögensverwaltungsbanken (VAV) seien sämtliche Mitglieder vom Strafzins betroffen, bestätigte deren Präsident Boris Collardi, seines Zeichens Chef der grossen Zürcher Bank Julius Bär.

Demnach trifft die SNB mit ihrem Strafzins mindestens 40 in der Vermögensverwaltung tätige Institute, die ihrerseits mehr als 20'000 Mitarbeiter beschäftigen und rund 1'500 Milliarden Franken an Kundengeldern verwalten.

Die Krux mit dem Freibetrag

Der Strafzins trifft dabei kleine Vermögensverwalter besonders hart, weil bei ihnen die Freigrenze vergleichsweise tief liegt. Diese beläuft sich gemäss SNB-Regeln auf das 20-fache der Mindestreserven einer Bank. Während aber Gross- und Kantonalbanken wegen ihres Kreditgeschäfts hohe Reserven fahren müssen, liegen diese in der Vermögensverwaltung naturgemäss viel tiefer.

Umso leichter wird der Freibetrag dort überschritten – besonders, weil Private-Banking-Kunden derzeit so viel Bargeld halten.

Privatbanken in der Zwickmühle

Julius-Bär-Chef Collardi zufolge sind die Massnahmen der SNB ein weiterer Faktor, der die Konsolidierung im Private Banking beschluenigen wird. ASPB-Präsident Gloor sieht seine Mitglieder in der Zwickmühle. «Wenn sie den Strafzins an die Kunden weitergeben, wandern diese zu den Grossbanken ab.»

Tun können aber auch der ASPB und der VAV nicht viel für ihre Mitglieder. Auf einen geharnischten Brief hin haben sie von der Schweizerischen Nationalbank noch keine Antwort erhalten. Offenbar haben die Währungshüter nach wie vor Wichtigeres zu tun.

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