Nach SNB-Entscheid: So trifft der starke Franken manche Schweizer Banken

Die Abkehr vom Mindestkurs hinterlässt bei den grossen Schweizer Banken Spuren. Bei der Credit Suisse wird gar über eine neue Sparrunde spekuliert.

Die Abbkehr vom Euro-Mindestkurs macht auch vor den Grossbanken nicht halt. So soll sich die Credit Suisse (CS) bereits mit Gedanken tragen, auf Grund der Massnahme der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ein weiteres Sparpaket einzuläuten.

Wie die «NZZ am Sonntag» (Artikel in der Printausgabe) unter Berufung auf Insider in der Bank berichtete, will die Bank nach dem SNB-Entscheid ihre Kosten offenbar nochmals um 500 Millionen Franken senken. Die CS gab derweil zu Protokoll, dass in diesem Zusammenhang keine Entscheidungen über Kostensenkungen getroffen worden seien.

Achillesferse  Investmentbank

Die CS hatte allerdings bereits erklärt, von den Wechselkursschwankungen betroffen zu sein. Notiere der Dollar zum Franken mittelfristig um 10 Prozent tiefer, so belaste diese den Vorsteuergewinn mit 439 Millionen Franken. Beim Euro betrage der Abschlag «nur» 180 Millionen Franken, wie die Nachrichten-Agentur «Reuters» berichtete.

Allerdings realtivierte die CS, dass sich die genauen Auswirkungen der Wechelskurs-Bewegungen erst im Laufe dieses Jahres zeigen würden.

Die Verwundbarkeit gegenüber dem Dollar ergibt sich nicht zuletzt aus der stark in diesem Währungsraum exponierten Investmentbank, die bei der CS immer noch rund 60 Prozent der Gesamterträge beisteuert.

Kaum Handelsverluste bei UBS

Die UBS hingegen gibt sich zugeknöpft zu den Auswirkungen des SNB-Entscheids auf ihre Gewinnaussichten – dazu will sich die Bank erst anlässlich des Jahresresultats am 10. Februar 2015 äussern.

Wie die britische «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig) berichtete, soll die Grossbank aber nicht von Handelsverlusten wegen der Währungsturbulenzen betroffen sein.

«Mismatch» bei Julius Bär

Derweil rechnen Analysten damit, dass die Bank Julius Bär unter den im Swiss-Market-Index (SMI) kotierten Schweizer Banken am stärksten von der Frankenstärke getroffen sein dürfte. Das Zürcher Traditionshaus habe den grössten «Mismatch zwischen Kosten und Einnahmen in Franken», zitiert das Magazin «Euromoney» einen Analysten der Deutschen Bank.

An einer Pressekonferenz hatte Julius-Bär-Chef Boris Collardi vergangene Woche betont, wie schwer das Schweizer Private Banking von der SNB-Massnahme betroffen sei.

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