Glarner Kantonalbank baut ihren digitalen Vorsprung weiter aus

Das Staatsinstitut im engen Glarnerland verkauft bereits die Hälfte seiner neuen Hypotheken übers Internet. Nun dringt es auch noch in den Anlagebereich vor.

Der Glarner Kantonalbank (GLKB) gelingt der Ausbruch aus ihrem kleinen «Stammgebiet»: Im vergangenen Jahr konnte das Staatsinstitut seinen Bruttogewinn um 16 Prozent auf gut 21 Millionen Franken steigern, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

Deutlich gewachsen ist dabei das Kerngeschäft mit Hypotheken, nämlich um 295 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr. Das interessante dabei: Die Hälfte des Wachstums stammt aus den Online-Bereich, also dem Verkauf von Krediten übers Internet.

Neue Kanäle zuhauf

Die kleine Bank im Glarnerland zementiert damit ihren Vorsprung in der Digitalisierung, der ihr seitens von finews.ch auch schon die Bezeichnung «digitalste Schweizer Bank» eintrug.

Im vergangenen Juni hatte die an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotierte Bank mit der Plattform Hypomat den schweizweiten Verkauf von Hypotheken übers Internet lanciert. Rasch folgten weitere Online-Angebote: Mit dem Kontomat können Sparer Produkte einkaufen, bei denen sie beispielsweise Kündigungsfristen und Festlaufzeiten selber gestalten können. Beim Risikomat wiederum handelt es sich um einen Vertriebskanal für Todesfallversicherungen.

ETF übers Internet

Und nun folgt bereits der nächste Streich: Die Glarner lancieren den Investomat – folgereichtig das Anlage-Pendant zu den anderen Online-Inititiativen. Laut dem Institut können «Privatpersonen aus der ganzen Schweiz» über die neue Plattform bereits ab 5'000 Franken in Indexfonds (ETF) investieren. Damit digitalisiert die Bank nun auch einen Teil ihres Kommissionsgeschäfts.

Der Geschäftsaufwand ist trotz des forcierten Ausbaus der Online-Kanäle lediglich um 0,6 Prozent gestiegen. Das ermuntert das Institut um Chef Hanspeter Rhyner offenbar zur weiteren Expansion.

«Die Bank wird die Investitionen in die verschiedenen Vertriebskanäle fortsetzen», lässt das Institut verlauten. «Sie verspricht sich dadurch, ihre klare Marktleader Position im Heimmarkt weiter auszubauen und im Onlinevertrieb mit innovativen Produktangeboten attraktive Nischen zu erschliessen.»

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NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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