Credit Suisse steigt in den USA wieder ins Hochrisiko-Kreditgeschäft ein

Vom boomenden US-Markt für Unternehmenskredite will sich die CS ihre Tranche abschneiden. Um dabei die Kapitalvorschriften zu umgehen, hat sie eigens eine Tochterfirma gegründet.

Seit Banken mit immer strengeren Kapitalvorschriften zurückgebunden werden, suchen sie nach Auswegen, dennoch in bestimmten Geschäften zu bleiben. Zum Beispiel das Geschäft mit nicht gerateten Krediten von kleinen bis mittelgrossen US-Unternehmen.

Ende 2014 hat die Credit Suisse eine Investmentfirma namens Park View BDC gegründet. Wie das «Wall Street Journal» diese Woche berichtete, will die Bank nun von Investoren bis zu 500 Millionen Dollar aufnehmen. Diese erhalten dafür Aktien der neuen Tochter.

Hohes Risiko, tiefe Steuern

Die Absicht ist klar: Credit Suisse will nur Minderheitsaktionärin von Park View BDC sein, um ihre Bilanz nicht mit hochriskanten Krediten zu belasten. Regulatorisch ist Park View BDC eine sogenannte «Business Development Company». Diese funktionieren ähnlich wie Private-Equity- oder Venture-Capital-Fonds und werden tiefer besteuert.

BDC-Investments haben sich in den letzten Jahren zu einem gefragten Anlagesektor entwickelt für Investoren, die eine Alternative zu den tiefen Zinsen suchen. Private-Equity-Firmen tummeln sich schon länger auf dem Markt, aber auch Goldman Sachs hat früh reagiert und vor zwei Jahren eine eigene BDC aufgesetzt.

Als Tochter im Asset Management

Gemäss «Wall Street Journal» wird Park View als Tochtergesellschaft der Asset-Management-Einheit geführt. Die Absicht ist, Unternehmen mit einem jährlichen Cash-flow von 5 bis 75 Millionen Dollar anzuvisieren und ihnen hochverzinste Kredite zu verkaufen.

Für Investoren sind BDC interessant, weil diese Vehikel den grössten Teil ihrer Gewinn als Dividenden ausschütten. Dafür bezahlen sie nur wenig Steuern.

Firmenfinanzierung ein Nichtbanken-Geschäft

US-Firmen haben zurzeit rund 70 Milliarden Dollar an Krediten bei BDC ausstehend. 2007 waren es noch 20 Milliarden Dollar gewesen. Firmenfinanzierungen gehörten im «alten» Regulierungsumfeld noch zum Kerngeschäft der Banken.

Inzwischen wird je nach Schätzungen bereits 40 bis 50 Prozent der US-Wirtschaftsleistung nicht mehr von Banken finanziert. Die Credit Suisse bemüht sich mit der BDC, in früheren Investmentbanking-Paradedisziplinen wie Leveraged Loans doch einen Fuss in der Tür zu behalten.

Ziel ist, Bilanz nicht zu belasten

Im Fixed-Income-Bereich hat sie vergangenes Jahr einen vergleichbaren Versuch gestartet und mit dem High-Frequency-Trader Tower Capital die Tochtergesellschaft Wake gegründet. Auch dahinter steckte unter anderem die Absicht, den Handel mit US-Bonds weiterhin anbieten zu können, aber die Konzernbilanz nicht zu belasten.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
mehr

SELECTION

Wie Sie eine Kündigung richtig verarbeiten

Wie Sie eine Kündigung richtig verarbeiten

So reagiert man perfekt, wenn man plötzlich den blauen Brief kriegt.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

weitere News