Credit Suisse zahlt Dividende – und kürzt Boni

Das vierte Quartal rettete der Credit Suisse ein insgesamt eher schwaches Jahr. Wegen der US-Steuerbusse verzichten Geschäftsleitung und Verwaltungsrat auf einen Teil ihrer Boni. Aktionäre hingegen kommen unerwartet in den Genuss einer Dividende.

Der Jahresgewinn der Credit Suisse erreichte 2,105 Milliarden Franken, was 10 Prozent weniger ist als im Vorjahr. Wie die Credit Suisse am Donnerstag mitteilte, erzielte sie im vierten Quartal aber einen Reingewinn von 921 Millionen Franken. Das war mehr als im Markt erwartet worden war. Das bessere Ergebnis sei in erster Linie Sparanstrengungen zu verdanken. Der Geschäftsaufwand sei um rund 20 Prozent gesenkt worden, während der Nettoertrag 8 Prozent stieg.

Wider Erwarten hat der Verwaltungsrat für das Geschäftsjahr 2014 wie bereits im Vorjahr eine von der eidgenössischen Verrechnungssteuer befreite Barausschüttung von 0,70 Franken pro Aktie beantragt. Aktionäre hätten zu dem die Wahl, die Ausschüttung auch in Form neuer Aktien zu beziehen, heisst es weiter.

Fast so hoch wie bei der UBS

Dass die CS ihre Aktionäre mit einer Ausschüttung beglückt, kommt eher überraschend. Im Vorfeld rechneten Marktkenner mit einem «drastischen Dividendenschnitt» (finews berichtete). Damit fällt die Dividende fast so hoch aus wie bei der UBS. Letzten Dienstag verkündete die CS-Rivalin eine Ausschüttung von insgesamt 75 Rappen pro Anteilschein.

Während die Aktionäre beglückt werden, zeigen Geschäftsleitung und Verwaltungsrat Demut. Aufgrund der US-Steuerbusse von 2,5 Milliarden Franken, welche das Jahresergebnis stark belastete, hätten sich die beiden Führungsgremien freiwillig zu einer Kürzung ihrer Vergütung bereit erklärt. Dem Verwaltungsrat wird nun die aktienbasierte Vergütung um die Hälfte gekürzt.

Reputation bewahren

Das entspricht einer Kürzung der Gesamtvergütung um 25 Prozent. Das Top-Management erhält 20 Prozent weniger als ihm sonst für 2014 zugeteilt worden wäre. Insgesamt kürzte die Credit Suisse die Boni für 2014 in der Gruppe um 9 Prozent.

Zur Begründung hiess es, das Ereignis der US-Steuerbusse sollte Konsequenzen haben, «um der gemeinsamen institutionellen Verantwortung dieser Organe für die weltweite Wahrung der langfristigen Reputation und der professionellen Integrität der Geschäftsbereiche der Gruppe Rechnung zu tragen. Dies unabhängig davon, welche Personen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Verwaltungsrat oder in der Geschäftsleitung amtieren.»

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