Patrick Odier: «Möchten möglichst viel Personal in der Schweiz halten»

Patrick Odier, geschäftsführender Teilhaber bei Lombard Odier, will auf die Frankenstärke mit einem schnelleren Ausbau des Hubs in Luxemburg reagieren. Die Margen im Vermögensverwaltungsgeschäft seien weiter gesunken. Weiter äussert er sich über die Organisation in der Privatbank nach zwei gewichtigen Abgängen.

Die überraschende Aufhebung des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) zwingt auch die Genfer Privatbank Lombard Odier, Massnahmen zu ergreifen. 

So müsse die Bank bei der Umsetzung der Strategie einen Gang zulegen, sagte Patrick Odier (Bild) in einem Interview mit der «Bilan». Dazu zähle unter anderem die Betreuung der europäischen Kundschaft primär aus Luxemburg heraus, wo die Bank nun eine «kritische Grösse» erreicht habe.

Margen unter Druck

Zwar habe man keine Kosten in die Eurozone transferiert, so Odier weiter. Sein Ziel sei es, das Maximum an Infrastruktur und Personal in der Schweiz zu halten. Aber als Chef der Bank müsse er auch für Rentabilität sorgen, sagte der Teilhaber der Bank. Er liess somit offen, dass in Zukunft nicht doch ein solcher Kostentransfer geschehen könnte.

Andere Banken wie die Julius Bär haben kürzlich ein Stellenabbau von insgesamt 200 Jobs bekannt gegeben. Als Begründung für diesen Schritt nannte sie unter anderem den starken Franken. 

Der starke Franken und die zunehmende Regulierung drücken denn auch auf die Margen im Vermögensverwaltungsgeschäft. Dies spüre auch Lombard Odier. «Die Margen nähern sich dem europäischen Niveau an», so der Bank-Chef. Zugute komme der Bank, dass sie die Kapazität in Europa und Asien in der Vergangenheit stark erhöht habe.

Abgänge sind verschmerzbar

Zudem äusserte sich Odier, der seit 2009 auch Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung ist, zu den jüngsten Veränderungen bei den geschäftsführenden Teilhabern. 

Anfang Jahr gab Mitinhaber Thierry Lombard nach 40 Jahren Banktätigkeit seinen Rückzug aus der Geschäftsleitung bekannt. Damit schliesse sich ein Kapitel in der Geschichte der Bank, so Odier. «Aber das heisst nicht, dass er nun nicht mehr erreichbar ist oder für die Bank nicht mehr zur Verfügung steht.»

Reibungslose Weiterführung möglich

Der überraschende Tod des geschäftsführenden Teilhabers Bernard Droux Mitte Januar (finews.ch berichtete) sei von anderer Tragweite. Die Aufgaben von Droux seien unter den Teilhabern und Direktoren aufgeteilt worden, so Odier.

Dabei handelte es sich um die Verantwortung über das Handelsgeschäft, über die unahängigen Vermögensverwalter sowie die Anlageberatung für die Privatkunden.

Nun zählt die Bank noch sechs Teilhaber. Damit sei aber ein reibungsloser Weiterführung der Geschäfte möglich, sagte Odier.

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