UBS: Kanadier haben zwei Kunden im Visier

Die kanadische Regierung bleibt beharrlich und will Kundendaten von der UBS. Die Kanadier stützen sich dabei auf Informationen der IRS.

Bei einem Treffen gestern in Toronto hat die kanadischen Steuerbehörde ARC von UBS-Vertretern offenbar offiziell Angaben über steuerpflichtige Bürger eingefordert. Das Treffen habe aber ohne konkretes Resultat geendet, sagte eine ARC-Sprecherin gegenüber kanadischen Medien. «Die ARC hat die Bedeutung solcher Auskünfte klar unterstrichen», so Caitlin Workman. Die Behörde werde nun alles unternehmen, um die Informationen zu bekommen.

Am heutigen Freitag soll eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Vertretern von UBS und ARC per Videokonferenz stattfinden. Dies bestätigte Budgetminister Jean-Pierre Blackburn in Ottawa.

Nebenwirkung der US-Aktion

Konkret im Visier haben die Kanadier offenbar zwei Bürger, die bereits auf der Liste der verdächtigen 4'450 UBS-Kunden stehen, welche die US-Steuerbehörde IRS des Steuerbetrugs verdächtigt; dies meldet unter anderem Radio Canada.

Aus den Unterlagen der Partnerbehörde in Washington schliesst die ARC nun, dass kanadische Bürger rund 5,5 Milliarden Dollar bei der UBS vor dem Fiskus versteckt haben.

Ottawa ist nicht Washington

Bereits Ende August hatte Jean-Pierre Blackburn eine härtere Gangart gegenüber der Schweizer Grossbank angekündigt. Im Gegensatz zur amerikanischen IRS hat das kanadische Pendant jedoch nicht dieselbe Verfügungsgewalt. «Sie können vor Gericht gehen, um die UBS zur Offenlegung von Kundennamen zu zwingen, aber es ist zweifelhaft, ob sie am Ende solch einen Beschluss erhalten», sagte Ed Morgan, ein Professor für Internationales Recht in Toronto, gegenüber Reuters.

Dennoch dürften manche Kanadier beunruhigt sein angesichts der Betriebsamkeit, die nun bei den Behörden entstanden ist.

Die kanadische Regierung will sich nun Zeit nehmen, um das Ergebnis der Gespräche auszuwerten. Danach sollen Massnahmen getroffen werde, wobei die Verantwortlichen einräumten, dass die ganze Angelegenheit recht komplex sei. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Steuergesetze, die in beiden Ländern sehr unterschiedlich seien.

UBS Canada wollte das Treffen in Toronto nicht kommentieren.

 

 

 

 

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