Pierin Vincenz' 30-30-30-Regel

Pierin Vincenz will nicht mit 65 in ein Loch fallen. Darum macht er sich bereits jetzt Gedanken, wie es mit ihm weitergeht.

Der charismatische Bankenchef Pierin Vincenz (Bild) ist noch rund ein Jahr im Amt bevor er die Kommandobrücke definitiv verlässt. Seinen Abgang sieht er als Abschluss einer 30-jährigen Periode, wie er am Freitag an einer Medienorientierung in Zürich sagte. 

«Ich habe dreissig Jahre Vollgas gegeben», sagte Vincenz und ergänzte: «Nun ist es an der Zeit, etwas anderes zu tun.» Er freue sich, bald nicht mehr von Termin zu Termin hetzen zu müssen.

Auf zu neuen Ufern

Zudem wolle er mit 65 nicht in ein Loch fallen. Deshalb habe er sich schon länger Gedanken über seinen Abgang gemacht und auch den Verwaltungsrat frühzeitig in seine Pläne miteinbezogen. Dennoch: Der Entscheid zu gehen, sei ihm persönlich schwer gefallen.

Mit bald 60 Jahren habe er – so Gott will – noch weitere 30 Jahre Zeit, sich einer neuen Tätigkeit zu widmen. Wie die genau aussehen werde, wollte er allerdings nicht verraten. Nur soviel: «Es laufen gewisse Gespräche. Es ist allerdings noch zu früh, diese zu kommentieren.»

Vermutlich zieht es Vincenz in die Industrie. Anfang Februar liess er durchblicken, dass er gerne unternehmerisch tätig wäre. Er würde gerne in ein KMU investieren oder zumindest seine Erfahrungen dort einbringen, wie auch finews.ch berichtete.

Den Nachfolger nicht stören

Nicht in Frage komme ein Amt innerhalb der Raiffeisengruppe oder bei einer Raiffeisen-Tochtergesellschaft, unterstrich Vincenz weiter. Zwar habe er sich überlegt, bei der Raiffeisen-Tochter Notenstein das Amt des Verwaltungsratspräsidenten zu übernehmen, habe sich aber dagegen entschieden. Auch mit Blick auf seinen Nachfolger Patrik Gisel.

«Mich hätte es gestört, wenn mein ehemaliger Chef irgendwo im Unternehmen herumgeschwirrt wäre», sagte Vincenz.

Rückblende in die Vergangenheit

Vincenz sagte auch, was er in den ersten dreissig Jahren seines Leben gemacht hat: «Ich habe das Leben in vollen Zügen genossen.» Auch deshalb, weil er relativ spät – mit 26 Jahren – mit seinem Studium begonnen habe.

Danach folgten die eingangs erwähnten 30 Jahre in der Finanzindustrie. Nun darf man gespannt sein, wie sich die nächsten 30 Jahre entwickeln werden.

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