Genfer Bankier verteidigt HSBC

Überraschende Töne aus der Rhonestadt: Ein schweizerisch-spanischer Doppelbürger und Bankbesitzer nimmt die an allen Fronten in die Kritik geratene HSBC Private Bank in Schutz. Gleichzeitig erhebt der Datendieb Hervé Falciani neue Vorwürfe gegen seine frühere Arbeitgeberin.

Die HSBC sei als Problemverursacherin stigmatisiert worden, sagte der Gründer und Chef der Genfer Banque Heritage, Carlos Esteve (Bild), in einem Interview mit der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» (Artikel kostenpflichtig). Doch das sei die Bank nicht gewesen.

Vielmehr habe das Institut zu den ersten Banken gezählt, die effektive Massnahmen getroffen hätten, um die Kunden zu «regularisieren», sagte der schweizerisch-spanische Doppelbürger Esteve. Andere Institute seien erheblich langsamer in dieser Sache gewesen.

Untersuchungen auf der ganzen Welt

Wie bekannt hat das Journalisten-Netzwerk «Swiss-Leaks» unlängst zu Tage gefördert, dass über die Genfer Filiale des britischen HSBC-Konzerns grobe Fälle von Steuerhinterziehung, -betrug und Geldwäscherei begangen worden seien. Seither laufen in verschiedenen Ländern der Welt weitreichende Untersuchungen gegen die Bank. Auch in Genf erfolgte Mitte Februar 2015 in den Büros von HSBC eine Razzia.

Es ist unüblich, dass ein Schweizer Bankier sich namentlich über die Konkurrenz äussert. Was die Motive für Estve sind, bleibt unklar. Als der UBS-Chef Sergio Ermotti vor drei Jahren erklärte, die Zürcher Bahnhofstrasse sei früher voll von Banken gewesen, die Schwarzgeld angenommen hätten, erntete er in Branchenkreisen für diese Aussage gehörige Kritik, wie die internationale Nachrichtenagentur «Reuters» berichtet.

Allerdings ist hier auch festzuhalten, dass es früher nicht die Aufgabe der Banken war, die Steuermoral der Kunden zu hinterfragen respektive zu überprüfen.

Einigung mit den USA bis Mitte Jahr

Carlos Esteve und seine Familie sind Mehrheitsaktionäre der 1986 als Family Office gegründeten Banque Heritage, die zunächst von Lausanne aus operierte und heute in Genf ansässig ist. Sie verwaltet gemäss jüngsten Angaben rund 6 Milliarden Franken und gehört zu den kleinen, aber feinen Schweizer Banken. Sie ist mit einem Büro auch an der Zürcher Bahnhofstrasse präsent, wie auch finews.ch verschiedentlich berichtete. Dem Vernehmen nach will Esteve die Kundendepots mittelfristig auf 14 Milliarden Franken steigern.

Die Banque Heritage nimmt auch am US-Steuerprogramm teil. Estve hofft, dass diese Angelegenheit bis Mitte des Jahres erledigt sei. Er machte allerdings keine Angaben zur Höhe der erwarteten Busse, um einer Verurteilung in den USA zu entgehen.

Datendieb sorgt für neue Schlagzeilen

Derweil sorgt auch Hervé Falciani wieder für Schlagzeilen. Der frühere IT-Mitarbeiter der HSBC Private Bank, der die Kundendaten aus der Bank stahl und diese dann zahlreichen Behörden in und um Europa zum Kauf anbot, sagte gegenüber der internationalen Nachrichtenagentur «Bloomberg», er habe handfeste Beweise, wonach das Top-Management der HSBC bestens über die kriminellen Machenschaften in der Geschäftsstelle in Genf im Bild gewesen sei.

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Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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