GAM: Swiss & Global verschwindet

Der Asset Manager GAM hat 2014 einen rückläufigen Gewinn erzielt. Der neue CEO Alex Friedman will verschiedene Wachstumsinitiativen starten. Der Name «Swiss & Global» für die Schweizer Fondspalette verschwindet.

Der operative Gewinn für das Jahr 2014 belief sich auf 177,2 Millionen Franken, wie die GAM Holding (GAM) am Dienstag mitteilte. Dies entspricht einem Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Rückgang fiel gemäss Angaben deutlicher aus als auf Vorsteuerbasis (-7 Prozent), weil er die Normalisierung des Steuersatzes von dem niedrigen Niveau des Vorjahres widerspiegelt. Im Jahr 2013 profitierte die Gruppe von der Auflösung von Steuerabgrenzungen und -abzügen für aktienbasierte Vergütungen.

Unveränderte Dividende

Trotz des rückläufigen Ergebnisses will GAM eine unveränderte Dividende von 65 Rappen pro Aktie bezahlen, wie es am Dienstag weiter hiess. Vor dem Hintergrund des eher enttäuschenden Ergebnisses kündigt das Unternehmen unter der neuen Führung von CEO Alex Friedman (Bild) verschiedene Wachstumsinitiativen an.

  • Stärkeres Gleichgewicht: Angesichts der starken Präsenz in Grossbritannien und Kontinentaleuropa will GAM ihre Investment- und Vertriebspräsenz in den USA, dem weltweit grössten Pool an institutionellen Vermögen, sowie in Asien ausweiten.
  • Ausbau von Absolute-Return-Kompetenz: Die Zweiteilung in kostengünstige passive Anlagen und stark aktive Absolute-Return/alternative Investmentstrategien wird immer ausgeprägter. GAM will sich auf Letztere konzentrieren und diese ausbauen.
  • Erweiterung des Multi-Asset-Class-Angebots: Die Gruppe will ihre Marktdurchdringung erhöhen. Dazu bündelt sie ihre Multi-Asset-Class-Kapazitäten. Im Laufe der Zeit wird das aktuelle Angebot an Relative-Return-, Absolute-Return- und risikobewerteten Produkten durch Income-Lösungen ergänzt.
  • Weitere Effizienzsteigerungen: GAM wird interne Abläufe und Prozesse vereinfachen und so eine erhöhte Kostenkontrolle sicherstellen. Gleichzeitig will sie dadurch im Laufe der Zeit die «positive Hebelwirkung» ihrer strategischen Initiativen optimieren.

Schwerpunkte der Wachstumsinitiativen

Die Gruppe wird in den kommenden Monaten die Verwendung des Namens Swiss & Global Asset Management einstellen. Stattdessen soll GAM als einheitliche Dachmarke gestärkt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Positionierung der beiden Produktmarken – GAM und Julius Bär Funds –, deren Stärken in unterschiedlichen Märkten und bei unterschiedlichen Kundensegmenten einander ergänzen, wie es weiter hiess.

Zudem strebt GAM eine grössere Vereinheitlichung und Effizienz ihrer Prozesse und Systeme an, ohne dadurch Einbussen bei der Reichweite und Diversifizierung zu erleiden.

Künftig will GAM die Wachstumsbereiche ausbauen und gleichzeitig Produkte mit geringen Wachstumschancen «neupositionieren» – oder wohl auch einstellen.

Alex Friedman: «Schwierige Bedingungen»

Im laufenden Jahr rechnet CEO Friedman mit einer stärkeren Volatilität am Markt. Die Aufwertung des Franken im Januar habe dem Unternehmen keine unmittelbaren Verluste verursacht und habe sich auch nicht wesentlich auf die Anlagestrategien ausgewirkt. Dennoch unterstreiche der Entscheid, wie wichtig das Kostenmanagement sei, betont Friedman.

Die Zentralbanken verfolgten eine zunehmend unterschiedliche Geldpolitik, und das Tempo der Konjunkturerholung schwanke stark von Land zu Land, sagte Friedman weiter: «Für Vermögensverwalter ergeben sich daraus immer schwierigere Bedingungen. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir unsere Wachstumsziele erreichen.»

Folgt mehr.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Wie Goldman Sachs 1,2 Milliarden Dollar aus Libyen versenkte
  • Blackrock-Mitgründerin: «Asset Manager sind keine Banken»
  • Nullzins-Politik: Und sie funktioniert doch – sagt Mario Draghi
  • Europas Zukunft steht auf dem Spiel
  • Bankchef muss auf 41 Millionen Dollar verzichten
  • Wohnen wie Leonardo DiCaprio
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

Selection

Auf diese zehn Leute sollten Sie 2016 achten

Das sind die Vertreter des Schweizer Finanzplatzes, die in diesem Jahr für Furore sorgen werden.

Selection

Selection

Diese Bank bezahlt am besten

Bei den Löhnen sticht eine Bank mit grossem Abstand hervor.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der Hedgefonds-Anbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Offenbar verzögern sich die Verhandlungen um eine zweite Finanzierungsrunde.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

Avaloq

Der Bankensoftware-Entwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

weitere News