Schwere Folgen bei weiteren Zinsveränderungen

Was passiert, wenn die Schweizerische Nationalbank weiter an der Zinsschraube dreht – nach unten oder nach oben? Die UBS liefert in einer Studie Antworten.

Die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) kosten die Banken eine Stange Geld: Bei absoluter Gleichverteilung der Sichteinlagen aller Finanzinstitute bei der SNB würden sich die Kosten auf rund 150 Millionen Franken belaufen, rechnet die UBS in der Studie «Auswirkungen des Negativzinsumfeldes auf die Schweiz» vor.

Weil die Sichteinlagen aber ungleich verteilt sind, beziffern sich die Kosten bis zu 1 Milliarde Franken. Am stärksten betroffen seien nicht Gross- und Kantonalbanken, sondern die Auslandsbanken, Vermögensverwalterbanken sowie Institute mit Fokus auf den Zahlungsverkehr.

Begünstigt «Bankrun»

Ein weiteres Drehen an der Zinsschraube nach unten sei «ein äusserst heikles Unterfangen», so die UBS. Denn solange eine allfällige Bargeldhortung von Privaten nicht verhindert werde, könnten die Banken Negativzinsen nicht oder nur sehr begrenzt an ihre Kunden weitergeben.

Die SNB müsste also «Bargeld horten» durch Kapitalverkehrskontrollen drosseln oder Gebühren für die Bargeldhaltung in die Wege leiten. Vor allem dürfte dann aber die Gefahr eines Bankruns zu gross sein. Eine Lösung wäre laut UBS: Wer 100 Franken in Bar bezieht, erhält mehr als 100 Franken vom Konto abgezogen.

Zinsanstiegsrisiko besteht

Auch ein rascher Zinsan­stieg berge für den Bankensektor Risiken. Denn durch die starke Nachfrage nach längerfristigen Festzins­krediten bestehe die Gefahr einer «Fristendiskrepanz», so dass  laut UBS ein «materielles Zinsanstiegsrisiko» entsteht.

Für Banken verkörpern Negativzinsen Neuland mit vielen Gefahren. Um der Erosion der Zinsmarge entgegenzuwirken, haben der Studie zufolge viele Banken nach der Einführung von Negativzinsen ihre Hypozinsen sogar erhöht. Das heisst: Langfristige Hypotheken subventionieren Kundengelder quer.

Kreditausfallpotenzial steigt

Eine Abkühlung der Hypothekarkreditvergabe und der Immobilienpreise durch höhere Zinsen würde die SNB durchaus gutheissen, schreibt die UBS. «Wenn aber die Negativzinsen dazu führen, dass auch die Zinsen für Unternehmenskredite steigen, dann wird die Absicht der Nationalbank sicher verfehlt.»

Eine solche Entwicklung würde das Wirtschaftswachstum, das durch die Fran­kenaufwertung bereits einen deutlichen Dämpfer erlitten habe, weiter schwächen. Und dies könnte möglicherweise zu höheren Kreditausfallquoten führen, heisst es in der Studie weiter.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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