Bank Vontobel: Durchbruch in Asien

Die Zürcher Bank Vontobel hat für ihre Derivate-Plattform in Asien die ersten Vertriebspartner gefunden. Der Wettbewerb um die begüterte Klientel wird so auch im Emittentengeschäft härter ausgefochten.

Vontobel hat in Asien vier Finanzunternehmen für den Vertrieb von Strukturierten Produkten über die Multi-Issuer-Platform deritrade gewinnen können. Dabei handelt es sich um die liechtensteinische LGT-Gruppe, die Genfer Union Bancaire Privée, die malaysische Maybank und den chinesischen Broker KGI Securities, wie die Zürcher Traditionsbank am Dienstag mitteilte.

Für Vontobel ist dies ein wichtiger Erfolg in der Expansion nach Asien – «ein Meilenstein», wie es in der Mitteilung heisst. Erst vergangenen Herbst hatte die Zürcher Privatbank begonnen, den Ausbau in Fernost voranzutreiben, wie auch finews.ch berichtete.

Türöffner für chinesischen Markt

Mit Anup Gupta ernannte Vontobel im vergangenen November dann einen Leiter für deritrade in Asien. Jetzt ist es der Bank gelungen, die ersten Vertriebspartner an Bord zu holen. Als besonderer Erfolg lässt sich dabei deuten, dass mit KGI Securities sogar eine «Brokerin» figuriert, die als Tochter von China Development Financial eine wichtige Türöffnerin für den riesigen chinesischen Markt spielen wird.

Asiatische Bankkunden sind – im Gegensatz zu europäischen – eher risikofreudiger und haben ein Faible für komplexe Bankprodukte. Auch aus diesem Grund gilt der asiatische Markt als Eldorado für ausländische Produkte-Emittenten.

Grossbanken machen Konkurrenz

Vontobel steht mit der in Singapur (Bild) domizilierten Multi-Issuer-Platform deritrade in direkter Konkurrenz zu Contineo in Hongkong. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von sechs Finanzhäusern für den Vertrieb von Strukturierten Produkten. Contineo startete im vergangenen Januar mit Barclays, BNP Paribas, Goldman Sachs, HSBC, J.P. Morgan und Société Générale.

Contineo will in erster Linie die Produktepreise in der Herstellung und für die Kunden senken und im Markt Transparenz zu schaffen. Allerdings ist in Fachkreisen zu hören, dass die Plattform in Hongkong wesentlich weniger ausgeklügelt ist als deritrade.

Vontobel kann mit deritrade tatsächlich für sich in Anspruch nehmen, die innovativste Plattform zu haben, die nicht nur die Preisfindung automatisiert, sondern den gesamten Lebenszyklus eines Produkts von der Herstellung, der Emission bis hin zum Vertrieb und zu den «After-Sale-Prozessen» abdeckt.

Digitales Banking für Derivate

Neben deritrade und Contineo setzt noch ein Schweizer Player auf Strukturierte Produkte im asiatischen Markt: Leonteq. Die Firma hat in den vergangenen Monaten substanzielle Ausbauschritte unternommen, und im November 2014 konnte der Derivate-Spezialist die DBS Bank aus Singapur als Kooperationspartnerin gewinnen.

Mit den verschiedenen Plattformen, die nun am Laufen sind, wird in Asien definitiv das digitale Banking für Strukturierte Produkte eingeläutet. Die Kostenreduktion auf der Vertriebsseite bringen dem Kunden mehr Rendite, während die Automatisierung die Qualität der Produkte erhöht.

Anup Gupta, der deritrade-Chef in Asien, ist gemäss eigenen Angaben zuversichtlich, schon bald weitere Distributoren an Bord zu holen.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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