Die effizienteste Kantonalbank

Die effizienteste Kantonalbank

finews.ch nennt die Bank, in der die Angestellten den höchsten Ertrag erwirtschaften sowie das Institut, in welchem man am besten verdient. Die Analyse zeigt: Hohe Saläre schaden häufig der Effizienz.

Die effizienteste Kantonalbank der Schweiz hat ihren Hauptsitz in Liestal: die Basellandschaftliche Kantonalbank. Jeder ihrer 636 Angestellten erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Bruttogewinn von rund 315'000 Franken.

Das hat eine Analyse von finews.ch der bislang verfügbaren Geschäftszahlen der Kantonalbanken von 2014 ergeben. Nicht berücksichtigt wurden einzig die Freiburger sowie die Tessiner Kantonalbank, welche die entsprechenden Zahlen noch nicht veröffentlicht haben.

Einen Bruttogewinn pro Kopf von mehr als 300'000 Franken haben sonst nur noch die Angestellten der Walliser Kantonalbank erzielt. An dritter Stelle liegt die Aargauische Kantonalbank mit 296'000 Franken.

Aufwand Ertrag 500

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse der Analyse:

1. Ein Spitzenwert aus dem Wallis
Auch die Walliser Kantonalbank könnte die Auszeichnung als effizienteste Kantonalbank verdienen. Sie weist im Vergleich zur Basellandschaftlichen einen fast ebenso hohen Bruttogewinn pro Kopf aus, jedoch liegt ihr Geschäftsaufwand pro Kopf (213'000 Franken) deutlich tiefer als jener der Baselbieter (246'000 Franken)

2. Grosses Gefälle
Innerhalb der Kantonalbankenlandschaft gibt es ein deutliches Gefälle punkto Effizienz und Ertragskraft pro Mitarbeiter: Das Schlusslicht bildet die Glarner Kantonalbank mit rund 106'000 Franken Bruttogewinn pro Kopf – nur ein Drittel soviel wie bei der Basellandschaftlichen.

3. Personalkosten machen einen Unterschied
Viel geringer sind die Unterschiede dagegen beim Geschäftsaufwand einer Bank pro Mitarbeiter: Hier liegt die Bandbreite bei den Staatsinstituten zwischen 174'000 Franken bei der Glarner und 291'000 Franken bei der Genfer Kantonalbank.

Das zeigt auch: Punkto Kostensenkungen liegen die Möglichkeiten der Banken vor allem beim Personal. In der Appenzeller Kantonalbank verdienen die Angestellten im Schnitt mit knapp 108'000 Franken am wenigsten, in Genf mit rund 175'000 Franken am meisten.

3. Weniger als die Hälfte schafft den «Cut»
Nur zehn Institute weisen einen höheren Ertrag pro Kopf als einen Geschäftsaufwand pro Kopf aus. Es sind dies neben den drei Gewinnern die Staatsinstitute in Zug, Schwyz, Graubünden, Luzern, Neuenburg, im Appenzell und in Schaffhausen.

4. Liegt's am Filialnetz?
Es ist schwierig, eindeutige Gründe für die jeweilige Ertragskraft und Effizienz der Angestellten in den einzelnen Instituten zu finden. Die Geschäftsmodelle und Ertragsquellen der Banken sind in weiten Teilen deckungsgleich – Haupteinnahmequelle ist das Zinsengeschäft. Grosse Unterschiede gibt es mitunter bei den Kostenfaktoren «Filialnetz» und «Infrastruktur». So wundert es nicht, dass die in den Vergleich mit aufgenommene Raiffeisen-Banken mit ihrem dichten Filialnetz zu den ineffizientesten Instituten gehört.

5. Konkurrenz treibt Personalkosten
Wie unter Punkt 2 angesprochen, machen die Lohnkosten einen wichtigen Effizienzfaktor aus: Die Zürcher Kantonalbank gehört zu den ineffizienten Häusern, zahlt aber neben der Genfer und der Waadtländer Kantonalbank die höchsten Löhne. Das Lohngefüge hängt auch stark von den Standorten der jeweiligen Institute ab: In Zürich, Genf und Zug herrscht höhere Konkurrenz um gutes Personal. Entsprechend sind die Löhne grosszügiger.

6. Ineffiziente Grossbanken
Das grösste «Beta» zwischen Geschäftsaufwand pro Kopf und Ertrag pro Kopf weisen, wenig überraschend, die vier Banken mit dem «internationalsten Fussabdruck» auf: Credit Suisse, Julius Bär, Vontobel und UBS. In der grössten Bank der Schweiz erwirtschaftet ein Angestellter  einen Bruttogewinn von 56'000 Franken. Der Geschäftsaufwand pro Kopf beläuft sich hingegen auf 407'000 Franken. Diesen Wert toppen nur noch Vontobel und die Credit Suisse mit 447'000 respektive 488'000 Franken.

Durchn Lohne 500

*Der Wert ergibt sich auf Basis der ausgewiesenen Personalkosten und der teilzeitbereinigten Anzahl Mitarbeiter

7. Spitzenzahlerin Vontobel
Entsprechend schwingen diese vier Institute auch oben aus, was die Bezahlung ihrer Mitarbeiter betrifft. Der Personalaufwand pro Kopf beläuft sich bei Vontobel auf 334'000 Franken, was mit Abstand der Spitzenwert ist. Dahinter folgen die UBS mit 254'000 Franken, die Credit Suisse mit 246'000 und Julius Bär mit 240'000 Franken.

8. Gewinner in Graubünden
Der Vergleich zum Vorjahr zeigt auch, dass sich im Lohngefüge der Gross- und der beiden Privatbanken nicht viel verändert hat. Verschiebungen gab es vor allem bei den Kantonalbanken: So sank bei der ZKB der Durchschnittslohn im Vergleich zu 2013 um rund 8'000 Franken. Unter den Verlierern sind auch die Glarner Banker, denen 2013 im Schnitt rund 120'000 Franken bezahlt wurde, während es 2014 nur noch 108'000 Franken waren.

Zu den Gewinnern gehören dagegen die Angestellten der Graubündner Kantonalbank: Ihr Durchschnittslohn erhöhte sich von 119'000 auf 149'000 Franken.

Was eine Bank pro Kopf bezahlt (in Franken):

1. Vontobel: 334'000

2. UBS: 254'000

3. Credit Suisse: 247'000

4. Julius Bär: 240'000

5. Genfer KB: 175'000

6. Waadtländer KB: 174'000

7. Zürcher KB: 168'000

8. Zuger KB: 165'000

9. Neuenburger KB: 158'000

10. Basellandschaftliche KB: 158'000

11. Thurgauer KB: 155'000

12. Schwyzer KB: 154'000

13. Aargauische KB: 153'000

14. Graubündner KB: 149'000

15. Urner KB: 148'000

16. St. Galler KB: 147'000

17. Basler KB: 147'000

18. Walliser KB: 146'000

19. Luzerner KB: 144'000

20. Schaffhauser KB: 143'000

21. Nidwaldner KB: 140'000

22. Raiffeisen: 140'000

23. Jurassische KB: 132'000

24. Obwaldner KB: 120'000

25. BEKB: 108'000

26. Glarner KB: 108'000

27. Appenzeller KB: 108'000

 

Was ein Angestellter an Bruttogewinn erwirtschaftet (in Franken):

1. Basellandschaftliche KB: 315'000

2. Walliser KB: 308'000

3. Aargauische KB: 296'000

4. Zuger KB: 279'000

5. Schwyzer KB: 276'000

6. Graubündner KB: 258'000

7. Luzerner KB: 256'000

8. Neuenburger KB: 254'000

9. Waadtländer KB: 245'000

10. Basler KB: 227'000

11. Appenzeller KB: 224'000

12. Schaffhauser KB: 220'000

13. Genfer KB: 216'000

14. Thurgauer KB: 213'000

15. Nidwaldner KB: 209'000

16. Urner KB: 203'000

17. St. Galler KB: 183'000

18. Obwaldner KB: 178'000

19. Jurassische KB: 170'000

20. Vontobel: 163'000

21. Zürcher KB: 152'000

22. BEKB: 141'000

23. Julius Bär: 129'000

24. Raiffeisen: 118'000

25. Glarner KB: 106'000

26. Credit Suisse: 79'000

27. UBS: 56'000

 

 

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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