Kein Sonntagsspaziergang: Fondsmanagerin in Pakistan zu sein

Maheen Rahman lässt als Fondsmanagerin in Pakistan die gesamte Konkurrenz hinter sich. Doch besser wäre es, sie würde Kleidung entwerfen. Finden die Männer.

Gefangen in der Tradition eines Landes. Etwa so lautet frei zusammengefasst die Geschichte von Maheen Rahman (Bild). Die 39-jährige Fondsmanagerin aus Pakistan ist CEO der Alfalah GHP Investment Management in Karachi.

Ihre Performance lässt sich sehen. Rahman ist Pakistans bester Fondsmanager. Doch im eigenen Land wird sie nicht ernst genommen, wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» jetzt schreibt.

Obwohl die Fondsmanagerin ein Verlustgeschäft des IGI Stock Fund in eines mit 400 Prozent Zuwachsrate verwandelte, werde sie von ihren Landsleuten immer noch aufgefordert, doch lieber Schnittmuster für Textilien zu entwerfen.

Erfolg ja, Respekt nein

Der Grund: Rahman verwaltet zwar ein Vermögen von 180 Millionen Dollar in Aktien und Anleihen, doch sie hat einen gewichtigen Nachteil in Pakistan: Sie ist eine Frau.

Zwar gibt es in Pakistan Anwältinnen, Unter­neh­me­­r­innen und Lehrerinnen, Frauenuniversitäten und sogar eine Frauen­quote. Doch die Realität sieht auch dort anders aus. Die grosse Mehrheit der pakistanischen Frauen lebe in einer ganz anderen Welt, heisst es.

«Meine grösste Herausforderung ist, Reputation und Vertrauen aufzubauen, in einem Markt, wo nur graue Haare und männliche Werte etwas gelten», sagte Rahman gegenüber der Nachrichtenagentur «Bloomberg». Nach all den Jahren frage man sie immer noch routinemässig, warum sie nicht einfach nur Mode entwerfe.

 

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