Bankiervereinigung plant ein «Davos» fürs Asset Management

Lange war es still um die Schweizer Asset-Management-Initiative. Doch jetzt ist es vorbei damit. Die Initianten wollen nicht nur einen Innovationspark und einen Think Tank lancieren, sondern auch die internationale WEF-Prominenz in ihr Vorhaben einbinden, wie Recherchen von finews.ch ergaben.

Bald sind zweieinhalb Jahre verstrichen seit der Lancierung der Asset-Management-Initiative. Lange Zeit blieb es weitgehend ruhig um dieses ambitionierte Vorhaben, das die institutionelle Vermögensverwaltung zu einem tragenden Pfeiler des Schweizer Finanzplatzes machen soll. So still gar, dass sich einige Finanzleute fragten, ob da jemals noch etwas komme.

Grünblatt 160Doch nun bricht Peter Grünblatt (Bild links) im Gespräch mit finews.ch definitivdas Schweigen. Grünblatt ist bei der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) für das Grossprojekt verantwortlich. Mehr noch: Die Asset-Management-Inititiative meldet sich mit einem richtiggehenden Feuerwerk in der Öffentlichkeit zurück.

So arbeiten Grünblatt und sein Team bei der SBVg sowie beim Fondsverband Swiss Fund & Asset Management Association (SFAMA) nicht nur an einem Innovationspark für die Sparte. Wie Grünblatt im Gespräch mit finews.ch erstmals bekanntgab, treiben sie noch eine ganze Reihe weiterer Projekte voran.

Internationale Teilnehmer im Visier

Für einigen Gesprächsstoff dürfte das «Asset Management Summit» sorgen. Grünblatts Team verfolgt mit diesem Branchen-Gipfel nämlich einen kühnen Plan: Der Anlass soll jährlich im unmittelbaren Umfeld des World Economic Forum (WEF) in Davos stattfinden. Und das nicht von ungefähr, wie Grünblatt erklärt. «Wir zielen auf eine internationale Teilnehmerschaft, durchaus mit dem Anspruch, über die Zeit zum ‹Davos des Asset Managements› zu werden.»

Indem er seinen Gipfel zeitlich nahe am WEF veranstaltet, hofft Grünblatt auf einen «Mitnahme-Effekt»: Die internationale Klientel, die sich dann sowieso in der Schweiz befindet, will man auch auf die Asset-Management-Initiative ansprechen. «Darum soll der Tagungsort idealerweise auf der Strecke zwischen dem Flughafen Zürich und Davos liegen, sagt Grünblatt.

Erste Konferenz schon 2016?

«Dazu suchen wir jetzt einen Konferenzveranstalter, der uns hilft, den Anlass zu positionieren», so Grünblattweiter. Und er betont: «Finanzierung und Umsetzung werden zum gegebenen Zeitpunkt bei der Finanzbranche liegen.»

Im besten Fall könnte die erste Veranstaltung bereits Anfang 2016 stattfinden. Dabei sollen nicht Finanzprodukte im Vordergrund stehen, sondern die Diskussion um Themen, die das Asset Management und die Vorsorgesysteme mittelfristig beschäftigen werden, unterstreicht Grünblatt.

Für die Vorbereitung der Themen am Summit soll ein Think Tank sorgen – ein weiteres Projekt aus der «Küche» der Initiative. Studenten des Swiss Finance Institute (SFI) der Universität Zürich haben bereits mit den Vorarbeiten zur Gründung dieser «Denkfabrik» begonnen.

Leadership-Seminar im November

Überhaupt avanciert das SFI zu einem wichtigen Zulieferer. Laut Grünblatt konnte das Institut auch dazu gewonnen werden, ein Ausbildungsprogramm mit Fokus aufs Asset Management zu lancieren. Dieses werde im kommenden November in der Form eines Leadership-Management-Seminars erstmals angeboten und soll sich explizit an Führungskräfte im Asset Management richten.

Ebenfalls wird das SFI eine Sentiment-Umfrage für die Asset-Management-Initiative starten. Mit dem Rücklauf wird ein Index alimentiert werden, der jährlich das Vorankommen der Asset-Management-Initiative misst.

Dabei wollen die Veranstalter die Wahrnehmung der Schweiz als Asset-Management-Standort sowie die Erfolge und allfällige Schwächen der Initiative transparent machen – europaweit. Partner des SFI ist bei diesem Projekt das deutsche Beratungsunternehmen ZEB.

Das Unbekannte kartographieren

Überhaupt spielen Daten in Grünblatts Vision eine wichtige Rolle: Er will die Schweizer Asset-Management-Branche auf ein neues Daten-Fundament stellen. «Weil das Asset Management bisher nicht reguliert war, fehlt es allenthalben an Angaben zu den verwalteten Vermögen, den Arbeitsplätzen und dem Geschäft in der Schweiz», räumt der Initiativen-Leiter ein. Doch auch das soll sich ändern.

«In einer ersten Phase wollen wir diese Dimensionen in einer Umfrage umreissen», sagt Grünblatt. Längerfristig soll dann im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit an der ETH Zürich eine Methodik erarbeitet werden, nach der diese Daten automatisiert und systematisch erfasst und aufbereitet werden.

Vorbei mit der Ruhe

Projekte zuhauf also, die Grünblatt und seine Mitinitianten anreissen – mit ungewissem Ausgang allerdings. Denn sämtliche Vorhaben stehen und fallen mit der Generosität der Finanzbranche. Nur eines ist jetzt schon sicher: Mit der Ruhe ist es vorbei.

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Der Bankensoftwareentwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

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