Coutts: Die Würfel sind gefallen

Was finews.ch bereits am vergangenen Dienstag meldete, glaubt nun auch die «Financial Times» zu wissen: Die Privatbank Coutts International wechselt in den Besitz der Genfer Union Bancaire Privée. Auch der Preisrahmen steht jetzt fest.

Wie die zumeist gut informierte britische Wirtschaftszeitung «Financial Times» (Artikel kostenpflichtig) am Donnerstagnachmittag meldete, übernimmt die in Genf ansässige Union Bancaire Privée (UBP) das internationale Geschäft der in Zürich domizilierten Privatbank Coutts International.

Die Zeitung beruft sich dabei auf Personen, die mit der Sache betraut sind. Dem weiteren Vernehmen nach bewegt sich der Kaufpreis zwischen 600 und 800 Millionen Dollar respektive aktuell gleich viel Franken. Verkäuferin ist die Royal Bank of Scotland, die im Sog der Finanzkrise Staatshilfe beantragen musste und seither entsprechend auch vom Staat kontrolliert wird.

Aufspaltung und Integration

Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung beschloss der Konzern, sich vom internationalen (Private-Banking-)Geschäft der Coutts Bank zu trennen. Dabei handelt es sich dem Vernehmen nach um rund 32 Milliarden Franken an Kundengeldern. Diese hat die UBP nun offenbar übernommen.

Das britische Coutts-Geschäft soll in den Retail- und Commercial-Banking-Bereich der Royal Bank of Scotland integriert werden. Alle diese Massnahmen haben zum Ziel, die vom britischen Staat formulierten Rentabilitätsvorgaben zu erreichen.

Illustre Klientel

Damit endet das letzte Kapital einer wechselvollen Geschichte um ein Geldinstitut, zu dessen Klientel unter anderem die englische Königin, Popstar Elton John sowie Ex-Fussballer und Mode-Ikone David Beckham gehör(t)en. Der Verkaufsprozess zog sich seit dem vergangenen Sommer über Monate hin. Zunächst hiess es, die RBS rechne mit einem Verkaufspreis von 1 Milliarde Franken.

Am Ende hatte offensichtlich die Union Bancaire Privée den längsten Atem und setzte sich vermutlich gegen die Credit Suisse, Julius Bär und die Société Générale durch. Eine Zeit lang kursierte sogar eine Interessenten-Liste mit rund einem Dutzend Banken.

Grosse Traditionen

Die 1969 vom sephardischen Juden aus dem Libanon und heutigen Schweizer Edgar de Picciotto gegründete UBP hat allein in der jüngeren Vergangenheit mit der Übernahme von ABN Amro oder Lloyds in der Schweiz mehrmals bewiesen, dass sie andere Banken durchaus integrieren kann.

Dennoch wird man gespannt sein dürfen, wie sie die britische Traditionsbank einverleiben wird. Aktuell verwaltet sie rund 100 Milliarden Franken an Kundendepots.

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