US-Steuerstreit: Schweizer Banker gesteht Schuld ein

Ein Schweizer Vermögensverwalter hat sich schuldig bekannt, US-Kunden bei der Steuervermeidung in Millionenhöhe geholfen zu haben. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Dabei handelt es sich um Peter Amrein, wie die Nachrichtenagentur «Reuters» vermeldete. Der 53-Jährige gab zu, «einigen meiner US-Kunden dabei geholfen, ihre Steuerverpflichtungen zu umgehen.» Er bekenne sich schuldig, weil er schuldig sei. 

Laut der Anklageschrift war der Geständige bis 2006 Kundenberater bei einer Zürcher Bank. Danach arbeitete er für eine Anlageberatung. Keiner seiner Arbeitgeber wurde in den Gerichtsunterlagen namentlich erwähnt. Und weder die Staatsanwaltschaft noch der Anwalt des Angeklagten äusserten sich dahingehend.

Zürcher Anwalt als Gehilfe

Gemäss der Mitteilung des US-Justizdepartments hat Amrein die illegalen Geschäfte in den Jahren 1998 bis 2012 abgewickelt. Damals hatte er mit dem prominenten Zürcher Anwalt Edgar Paltzer zusammengearbeitet, der auf Trusts spezialisiert und ein vormaliger Partner bei der Kanzlei Niederer Kraft & Frey war. Paltzer hatte sich bereits 2013 für schuldig bekannt und arbeitete in der Folge mit den US-Behörden zusammen.

Mindestens fünf Konten eröffnet

Der geständige Banker soll Konten für US-Kunden in mindestens fünf Schweizer Banken eröffnet haben, darunter bei der Bank Wegelin & Co. Auch soll er dabei geholfen haben, Scheingesellschaften mit Sitz in Liechtenstein einzurichten, hiess es weiter. 

Das Urteil im Fall soll am 1. Juli verkündet werden. Dem 53-jährigen Schweizer droht maximal eine Strafe von fünf Jahren Gefängnis, wie es in der Mitteilung heisst.

USA machen vorwärts

Bereits Anfang Woche ist Bewegung in den Steuerstreit mit den USA gekommen. Als erste Kategorie-2-Bank konnte die Tessiner Privatbank BSI den US-Steuerstreit gegen eine Bezahlung einer Busse von 211 Millionen Dollar beilegen, wie auch finews.ch berichtete. 

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