Merck Finck: Überraschender Abgang in Stuttgart

Bei der deutschen Privatbank Merck Fink kommt es in Baden-Württemberg zu einem Führungswechsel. Tangiert das nun die  Expansionspläne der Bank?

Als grosse Konsolidiererin war die traditionsreiche Münchner Privatbank Merck Finck & Co seinerzeit nicht zum Zug gekommen: Vor zwei Jahren hatte das 140 Jahre alte Institut unter anderem für das deutsche Privatbank-Geschäft der Schweizer Grossbank Credit Suisse geboten – das dann allerdings an die Bank Bethmann gegangen war, wie auch finews.ch berichtete.

Seither bäckt Merck Finck kleinere Brötchen. So verstärkte sie im vergangenen Januar ihre Filiale in Düsseldorf mit Kundenberatern, die sie bei der Credit Suisse Deutschland, der BHF Bank und der Commerzbank abgeworben hatte, wie das deutsche «Private Banking Magazin» berichtete.

Bekenntnis zum Wachstum

Zu einem Ausbau soll es nun auch in Stuttgart im Bundesland Baden-Württemberg kommen, wie das Bankhaus Recherchen von finews.ch bestätigte. Der Standort, den die Privatbank seit 1992 betreibt, soll demnach verstärkt werden. «Wir planen, unsere Stuttgarter Niederlassung – neben einer Präsenz in Rottweil und unseren Aktivitäten in Baden-Württemberg – weiter auszubauen und weitere Berater einzustellen», so ein Sprecher bei Merck Finck gegenüber finews.ch.

Rainer Worz 160Allerdings wird der Ausbau unter neuer Leitung geschehen. Wie die Bank bestätigte, verlässt Niederlassungsleiter Gerhard Baumeister das Institut. Er verfolge «andere berufliche Pläne», wie es heisst. Die Leitungsaufgabe in Stuttgart übernimmt demnach Rainer Wörz (Bild links). Dieser ist Mitglied des bankinternen Private-Banking-Gremiums und leitet bereits die Standorte von Merck Finck in München, Grünwald, Augsburg und Ingolstadt.

Laut Merck Finck ist der Ausbau in Baden-Württemberg Teil einer Wachstumsstrategie. «Wir sehen Deutschland als einen Hauptwachstumsmarkt in Europa, weshalb wir weiter in unsere Standorte investieren, aufbauen und ausbauen.» Man wolle nicht schrumpfen, sondern wachsen.

Die Scheichs bestimmen

Merck Finck dementiert damit Spekulationen in der Branche, dass die Privatbank die Schliessung mehrerer Standorte beabsichtige. Merck Finck beschäftigt rund 340 Mitarbeiter und betreibt 16 Filialen in ganz Deutschland.

Ganz unabhängig dürfte Merck Finck vermutlich doch nicht entscheiden. Im Jahr 2011 war KBL, die Muttergesellschaft von Merck Fink, an das luxemburgische Finanzvehikel Precision Capital verkauft worden. Hinter dieser Holding stehen Exponenten des katarischen Herrscherhauses Al Thani. Ein Al Thani, nämlich Jassim Bin Hamad J. J. Al Thani, sitzt auch im Verwaltungsrat der Credit Suisse.

Auch ein Deal in der Schweiz

Hierzulande buchstabierte die KBL im vergangenen Januar zurück: Die KBL (Switzerland), die Büros in Zürich, Genf und Luganos unterhielt, wurde an die Luxemburger Bank BIL verkauft.

 

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