So kann das Investmentbanking auch in der Schweiz überleben

Die Investmentbanking-Abteilungen der Schweizer Finanzhäuser stehen teilweise vor einer ungewissen Zukunft: Gewisse Geschäfte verschwinden oder sind es bereits. Ausländische Mitbewerber verschärfen den Wettbewerb, und die Fintech-Branche bricht die Wertschöpfungskette auf. Was ist zu tun?

Hürde©Shutterstock

Vor diesem Hintergrund hat sich das Swiss Finance Institute (SFI) den drängendsten Herausforderungen im Investmentbanking gewidmet und die Erkenntnisse in einer Studie festgehalten. Sechs Punkte illustrieren, wie sich der Schweizer Finanzplatz auch im Investmentbanking behaupten kann.

1. Geschäftsmodelle umgestalten

Strengere Kapitalanforderungen und mehr Regulierungen verteuern viele Geschäftsfelder der Investmentbanken. «Für einige dieser Bereiche bedeutet dies gewiss das Ende, während andere nur überleben werden, wenn die Geschäftsmodelle umgestaltet werden. Am stärksten von dieser Veränderungen betroffen sind die Handelstätigkeiten.

2. «Vertrauens-Plattform» gründen

Asset-backed Securties (ABS) haftet ein schlechtes Image an. Waren es doch solche Kreditverbriefungen geringer Qualität (Suprime), welche die Finanzkrise im Sommer 2007 ausgelöst haben. Alle ABS über einen Kamm zu scheren, wäre allerdings verfehlt.

So gibt es durchaus Papiere mit einem attraktiven Chancen-Risiko-Profil. Die Studie empfiehlt, eine schweizerische Multi-Bank-Plattform zu gründen, die nur hochwertige ABS zum Handel zulässt. Das Anlegervertrauen würde dadurch zweifelsohne steigen.

3. In Schattenbanken investieren

Die Regulierungsflut hat zur Folge, dass sich die klassischen Investmentbanken aus verschiedenen Geschäftsfeldern vollständig zurückziehen müssen. Oft springen dann wenig regulierte, bankähnliche Institute in die Bresche – so genannte Schattenbanken.

Um diese Verlagerung möglichst einzugrenzen, sollte der Finanzplatz Schweiz «schnell in die Entwicklung neuer Schattenbankinstitute investieren und die Zusammenarbeit mit bestehenden Akteuren suchen.

4. Strategische Schulterschlüsse

Die zunehmend Bedeutung institutioneller Investoren an den Kapitalmärkten sowie die Aktivitäten von Schattenbanken (siehe Punkt 3) eröffnen den Investmentbanken neue Möglichkeiten für strategische Schulterschlüsse. Darauf sollten die Geldhäuser ihre Aufmerksamkeit richten.

5. Wettbewerb mit nationalen Konkurrenten

Durch die fortschreitende Globalisierung eröffnen sich gerade für Investmentbanken neue Märkte. Allerdings treffen sie dort auf nationale Konkurrenten, die mit dem jeweiligen Heimmarkt bestens vertraut sind. Die internationalen Investmentbanken müssen als gewappnet sein, um sich in diesem Wettbewerb zu messen.

6. Vorsicht Fintech

Technologiefirmen brechen die Wertschöpfungskette der Branche auf – vor allem im Firmen- und Kleinkundengeschäft graben Fintech-Unternehmen den Finanzinstituten das Wasser ab. Aber auch das Investmentbanking ist in Teilbereichen mit Drittanbietern konfrontiert.  Als Folge resultieren tiefere Margen.

Als Mittel dagegen propagieren die Autoren der Studie den Bau von Plattformen für die Sammlung von Daten, welche in Echtzeit Research-Informationen den interessierten Kunden bereitstellen. Weiter heisst es in der Studie, dass ein «gedeihliches Umfeld» für die weitere Entwicklung von Fintech-Innovationen über kurz oder lang auch den Investmentbanken zugute kommt.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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