Joachim Strähle: Rückkehr an die Front

Eigentlich hätte er Verwaltungsratspräsident der Schweizer Privatbank EFG International werden sollen. Doch nun will es Joachim Strähle nochmals operativ wissen und wird CEO der Gruppe.

Joachim H. Strähle (Bild) soll Chief Executive Officer (CEO) werden, wie die Bank EFG International am Donnerstagabend mitteilte. Er ersetzt John Williamson, der als Vizepräsident des Verwaltungsrates nominiert wird. Er soll an der Generalversammlung 2016 als Präsident des Verwaltungsrates vorgeschlagen werden.

Niccolò H. Burki wird als Verwaltungsratspräsident für dieses Jahr an der Generalversammlung vom heutigen Freitag nominiert.

Vorbehältlich der entsprechenden Wahlen durch die Aktionäre an der diesejährigen Generalversammlung treten die Ernennungen per 24. April 2015 in Kraft. 

Meinungsumschwung intern

Ursprünglich hätte Strähle das Präsidium der EFG International vom abtretenden Jean Pierre Cuoni übernehmen sollen, wie dies anlässlich der Bekanntgabe der Jahresresultate für 2014 im vergangenen Februar kommuniziert worden war. Offenbar kam es intern nun aber zu einem Meinungsumschwung.

Es sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um eine neue Perspektive einzubringen und gleichzeitig ein wichtiges Element der Kontinuität zu wahren. Dieser Entscheid wurde durch John Williamson ausgelöst, der den Wunsch zum Ausdruck brachte, seine Aufgaben als Chief Executive Officer abzugeben, wie die Bank weiter schreibt.

Angemessene Abkühlung

John Williamson war ab Juni 2011 während fast vier Jahren Chief Executive Officer, und er ist der Ansicht, dass EFG nun von einem neuen CEO profitiert, der das Geschäft durch die nächste Entwicklungsphase steuert.

Durch seine Übernahme der Rolle des Vizepräsidenten des Verwaltungsrats und der geplanten Nominierung als Verwaltungsratspräsident 2016 nach einer «angemessenen Cooling-off-Periode» könne er mit dem neuen CEO auf optimale Weise zusammenarbeiten, heisst es im Communiqué der Bank.

Comeback von Joachim Strähle

Damit kehrt der 1958 geborene Joachim H. Strähle an die operative Bankenfront zurück. Von 2006 bis 2013 war er Chef der Bank Sarasin, schied dann aber aus, nachdem das Institut von der brasilianischen Finanzgruppe J. Safra übernommen worden war.

Für Schlagzeilen sorgte seinerzeit der Umstand, dass er sich bei der Konkurrentin, der Notenstein Privatbank, beworben hatte, wohin auch eine grosse Anzahl an Sarasin-Mitarbeitern gewechselt hatte. Gemäss damaligen Aussagen von Eric Sarasin gegenüber finews.ch war dies der Grund gewesen, warum es zum Abgang Strähles gekommen war.

Lange Jahre bei der Credit Suisse

Von 2002 bis 2006 verantwortete Strähle den Bereich Private Banking International bei der Credit Suisse, wo er insgesamt mehr als 20 Jahre tätig war und weitere Führungsfunktionen innehatte, unter anderem als regionaler Leiter Private Banking für den Nahen Osten, Asien und Russland.

Niccolò («Nico») H. Burki wird als neuer Verwaltungsratspräsident von EFG International vorgeschlagen. Er ist Schweizer Staatsbürger und wurde 1950 geboren. Er wurde am 26. April 2013 in den Verwaltungsrat von EFG International gewählt.

Er gründetete Burki Attorneys-at-Law 1997 und war vorher von 1985 bis 1997 Partner bei Bär & Karrer in Zürich. Von 1980 bis 1985 war er als Steueranwalt bei Arthur Anderson in Zürich tätig.

 

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Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

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