HSBC: So geschäftete die Bank in Zeiten von «Swiss Leaks»

Die Enthüllungen über mutmasslich illegale Praktiken haben dem Private Banking der anglo-chinesischen Grossbank ein PR-Debakel beschert. Wie sich nun zeigt, hatte die Bank auch operativ Herausforderungen zu meistern.

Die als «Swiss Leaks» bekannt gewordenen Enthüllungen über mutmasslichen Steuerbetrug und Geldwäsche bei ihrer Privatbanken-Tochter in Genf haben den Ruf von HSBC bereits massiv beschädigt. Nun ist erstmals in Zahlen ersichtlich, wie sich die globale Private-Banking-Sparte der anglo-chinesischen Grossbank seit dem PR-Debakel vom Februar geschlagen hat.

Wie das Institut am Dienstag vermeldete, schrumpfte der Gewinn der Private-Banking-Sparte im ersten Jahresviertel und unter Berücksichtigung von Rückstellungen auf 65 Millionen Dollar zusammen – auf ein Drittel dessen, was die Division noch im Vorjahr verdient hatte.

1 Milliarde Dollar Abflüsse

Auch an der Kundenfront kam es zur Erosion: Weltweit flossen bei der HSBC Privatbank im ersten Jahresviertel Kundengelder von 1 Milliarde Dollar ab. Bei der HSBC Privatbank legt man indes Wert auf die Feststellung, dass nur ein «sehr kleiner Teil» dieser Abflüsse eine direkte Folge der Swiss-Leaks-Enthüllungen seien.

Vielmehr sei der Verlust an Kundengeldern Resultat der «strategischen Neuorientierung» der Bank auf Kunden mit Vermögen über 5 Millionen Franken und auf nurmehr 29 Zielmärkte. In diesen Fokusmärkten hat die Sparte nach eigenen Angaben bereits 3 Milliarden Dollar an Neugeldern anziehen können.

Dennoch: Angesichts der Entwicklung auf der Kostenseite ist der Vermögenschwund ungemütlich. So ist bei der HSBC Privatbank das im Banking zentrale Kosten-Ertrags-Verhältnis (CIR) innert Jahresfrist von knapp 70 auf beinahe 90 Prozent hochgeschnellt.

Vor diesem Hintergrund erstaunt es wenig, dass die HSBC intern kürzlich einschneidende Abbaumassnahmen am Genfer Standort ankündigte. Wie auch finews.ch berichtete, sollen dort im rückwärtigen Bereich rund 260 Stellen gestrichen werden.

Milliarden-Kaution

Derweil hängt die «Swiss Leaks»-Affäre immer noch wie ein Damokles-Schwert über der Bank.

Auf die Enthüllungen hin nahmen nicht nur die Genfer Staatsanwaltschaft, sondern auch britische, amerikanische, belgische und argentinische Behörden Ermittlungen gegen die HSBC Privatbank auf. Französische Ermittler fordern von der Bank gar eine Kaution von 1 Milliarde Euro.

Und obschon die HSBC beteuert, dass die meisten nun untersuchten Fälle auf die Zeit vor der Finanzkrise zurückgehen, werden sie die Behörden weltweit nicht so schnell vom Haken lassen.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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