Neue Helvetische Bank erstmals in der Gewinnzone

Die mehrheitlich von Thomas Matter kontrollierte Neue Helvetische Bank hat in ihrem dritten vollen Geschäftsjahr erstmals die Gewinnzone erreicht, wie Recherchen von finews.ch ergaben.

Die von den beiden früheren Swissfirst-Bankern Thomas Matter (Bild oben) und Daniel Hefti gegründete Neue Helvetische Bank (NHB) hatte Anfang März 2011 ihren operativen Betrieb aufgenommen. Damals liessen die Initianten verlauten, innert dreier Jahre die Gewinnschwelle erreichen zu wollen.

Nun, im dritten vollen Jahr ihres Bestehens, hat die NHB dieses Ziel tatsächlich erreicht, wie dem Geschäftsbericht 2014 zu entnehmen ist, der finews.ch vorliegt. Die Bank schliesst das abgelaufene Jahr mit einem Gewinn von 3,6 Millionen Franken ab; im Jahr 2013 hatte noch ein Verlust von 1,7 Millionen Franken resultiert.

Werbung bei Auslandschweizern

Getragen wurde das gute Ergebnis vor allem vom Bereich Corporate Finance, wo die NHB verschiedene Anleihen (Bobst, Schön Klinik SE) im Markt platzieren und einige Kapitalerhöhungen (Hochdorf Holding) durchführen konnte.

Aber auch die Sparten Vermögensberatung und -verwaltung entwickelten sich erfreulich, wie den Angaben aus dem Geschäftsbericht weiter zu entnehmen ist. Sowohl die Kundenbasis als auch die Höhe der Vermögen erhöhten sich; Ende 2014 für die Bank unter anderem auch eine Werbekampagne bei Auslandschweizern durch, was sich dem Vernehmen nach überaus positiv auswirkte.

Milliardenmarke übertroffen

Insgesamt verwaltete die Bank per Ende 2014 gut eine Milliarde Franken an Vermögenswerten; ein Jahr zuvor waren es erst 857 Millionen Franken gewesen. Die Zunahme stammt zu 155,7 Millionen Franken (im Vorjahr: 160,8 Millionen Franken) aus dem Zufluss von Neugeldern und zu 17,9 Millionen Franken (im Vorjahr: 54,1 Millionen Franken) aus Wertvermehrungen.

Mit Blick auf das laufende Jahr geht die NHB von «weiteren Fortschritten» aus, sowohl was die Anzahl Kunden als auch die Höhe der betreuten Vermögen angeht. Dies wird denn auch nötig sein, solange in den Büchern noch ein Bilanzverlust von rund 3,3 Millionen Franken steht.

Managementkapazitäten absorbiert

Kritisch beurteilen die Verantwortlichen der NHB den anhaltenden Regulierungsdruck, der enorm viel Managementkapazität absorbiere, wie es weiter heisst. Dabei seien zunehmend nicht nur lokale Gesetze von Bedeutung, sondern es seien auch ausländische Gesetzesbestimmungen (zum Beispiel Fatca) anzuwenden und zu überwachen. Im Gegensatz dazu hat sich das Institut – auf Grund seines Gründungsjahres – schon früh entschieden, nicht am US-Steuerprogramm teilzunehmen – da sie keine US-Steuergesetze verletzt habe, wie es im Geschäftsbericht heisst.

Daniel Hefti 160Die Besitzverhältnisse innerhalb der Bank sind 2014 praktisch unverändert geblieben. Firmenmitgründer und SVP-Nationalrat Thomas Matter hält gut 30 Prozent des Kapitals. Sein Vater, Peter Matter, sowie der frühere Denner-Besitzer Philippe Gaydoul besitzen je etwas mehr als 9 Prozent, gefolgt von CEO Daniel Hefti (Bild links) mit gut 8 Prozent und dem früheren UBS-CEO Marcel Rohner mit 5 Prozent; zu den übrigen Kapitalgebern gibt es keine Angaben.

Aktienkapital zur Hälfte in Gold

Als Besonderheit hält das Unternehmen 50 Prozent seines Aktienkapitals von insgesamt 20 Millionen Franken in Gold. Der statutarisch vorgeschriebene Goldbestand wurde seinerzeit zu einem Durchschnittspreis von 43'800 pro Kilogramm erworben, wie es damals hiess. Der Buchwert des gelben Edelmetalls beträgt inzwischen nur noch 34'480 Franken je Kilogramm.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • Versagen auf der ganzen Linie
  • Streitpunkt neue Kapitalregeln
  • Veganer wegen Geldschein auf den Barrikaden
  • Was Banken gar nicht mögen: Weibliche Whistleblower
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Wie sich Angstkultur ausbreitet

Mehrere Tausend Stellen im Schweizer Bankgewerbe sollen verschwinden. Besonders betroffen davon ist das mittlere Kader.

Selection

Selection

So sieht der Banker der Zukunft aus

Mit aller Macht versuchen die Banken, ihr Geschäft ins Zeitalter der Digitalisierung zu retten.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

weitere News