Christian Katz im Verwaltungsrat der Saxobank

Parallel zu seinem Abgang bei der SIX Group hat der Börsenchef Christian Katz einen einflussreichen Posten bei der dänischen Online-Bank übernommen, wie Recherchen von finews.ch ergaben.

Die Demission von Christian Katz (Bild) als CEO der Börsenbetreiberin SIX Swiss Exchange sorgte vor knapp einem Monat für hohe Wellen in der Finanzbranche – und warf gleichzeitig einige kritische Fragen bezüglich der Führungskultur innerhalb des Unternehmens auf. Vor allem auch deshalb, weil nur zehn Tage zuvor schon der Chef der Sparte Zahlungsverkehr, Niklaus Santschi, das Handtuch geworfen hatte.

Parallel zu diesen Abgängen übernahm Katz im April einen anderen, prestigereichen Job: Er wurde Vizepräsident der Saxobank in der Schweiz, wie er entsprechende Recherchen von finews.ch auf Anfrage bestätigte. Diese neue Aufgabe habe allerdings nichts zu tun mit seiner Kündigung bei der SIX Group. Das Aufsichtsratsmandat hätte er so oder so übernommen, sagte er weiter.

Mehrere Motive für das Mandat

Es sei auch mit den entsprechenden Ausschüssen im Verwaltungsrat der SIX abgesprochen worden. Zudem sei die Saxobank weder eine Handelsteilnehmerin an der SIX noch sei das Unternehmen kotiert, erklärte Katz weiter.

Zur Annahme des Mandats motiviert habe ihn, dass die Saxobank den technologischen Wandel seit Jahren aktiv mitgestalte und mit ihrer Plattform ein Zukunftsmodell darstelle, sagte Katz. Und während die Online-Bank eher von der Retai-Seite komme, könne er seine (Börsen-)Erfahrung im Bereich «Business-to-Business» einbringen.

An Bord mit Dennis Malamatinas

Der 47-jährige Katz bezeichnet den Saxo-Job als ein Nebenamt – er sei noch zu jung, um bloss noch Verwaltungsrat zu sein. Was wiederum bedeutet, dass er nun nach einer Vollzeitstelle Ausschau hält – aller Voraussicht nach in der Finanzbranche, wie er gegenüber finews.ch weiter erklärte. Er führe derzeit «interessante» Gespräche, verriet Katz.

Einiges verspricht sich Katz von der Zusammenarbeit mit Dennis Malamatinas, dem Verwaltungsratspräsidenten der Saxobank und ebenso der Schweizer Tochter. Malamatinas ist eine schillernde Figur. Der Selfmade-Man mit griechischen Wurzeln verschlug es 1971 und 17-jährig nach Chicago, wo er mit der Zeit ein MBA an der dortigen Universität absolvierte.

In der Folge leitete der Manager Smirnoff Wodka sowie Burger King und Priceline Europe. Eine Affinität zur Finanzbranche entwickelte Malamatinas später als Mitgründer der Marfin Bank, die er auch leitete. Seit 2007 sitzt er unter anderem im Aufsichtsgremium der Saxobank.

Strategische Differenzen

Die Abgänge von Katz und Santschi an der Spitze zweier Sparten, die zusammen 80 Prozent der Gewinne der SIX erwirtschaften, gibt derweil in der Branche viel zu reden. Doch Katz wollte sich dazu auf Anfrage nicht weiter dazu äussern.

Fest steht indessen, wie aus der Branche zu hören ist, dass es zuletzt tiefgreifende strategische Differenzen zwischen den Spartenleitern und der obersten Führungsetage gab. Im Fall von Christian Katz dürfte vor allem der anhaltende Kostendruck frustrierend gewesen sein, verbunden mit dem relativ engen Spielraum, den die Schweizer Banken als Besitzerinnen der SIX Group der Börse einräumen. Dass sich Katz in diesem konfliktreichen Umfeld zusehends isoliert fühlte, ist wenig verwunderlich.

Kein gutes Zeugnis

Es ist überdies ein offenes Geheimnis in der Branche, dass Katz einen anderen Führungsstil verfolgte, als sein Vorgesetzter Urs Rüegsegger, als Group CEO der SIX. Zwischenmenschlich soll es zu Differenzen zwischen den beiden Managern gekommen sein.

Dass innert eines Monats gleich zwei Spartenleiter demissionieren, – was offenbar nicht abgesprochen, aber aus angeblich ähnlichen Gründen geschah – stellt der Gesamtorganisation kein gutes Zeugnis aus.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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