Abgang bei der Credit Suisse – Freude bei den Schattenbanken

Ein Top-Zinspezialist kehrt der Grossbank den Rücken. Was er seinen Kollegen zum Abschied schrieb.

Ira Jersey (Bild) hatte der Credit Suisse (CS) mehr als ein Jahrzehnt die Treue gehalten. Jetzt nicht mehr. Wie die Agentur «Bloomberg» am Dienstag berichtete, verlässt der oberste Stratege für das wichtige Gebiet der amerikanischen Leitzinsen die Grossbank.

Die CS wollte den Abgang gegenüber «Bloomberg» nicht kommentieren. Der Agentur liegt jedoch das Abschieds-Mail des Zinsspezialisten an seine Kollegen vor.

Zulauf für Schattenbanken

«Zwölf von dreizehn Jahren war es mir eine Ehre, mit meinen talentierten Kollegen und Freunden bei der Credit Suisse zusammenzuarbeiten», stellt darin Jersey mit nicht wenig Pathos fest. Nun habe sich aber eine andere Gelegenheit für ihn ergeben. Deshalb sei dies nun sein letzter Tag bei der CS.

Laut der Agentur passt der Abgang des hochrangigen Analysten zum Trend, der das ganze Investmentbanking erfasst hat: Weil das zentrale Geschäft mit Zinspapieren viel Eigenmittel bindet und damit zu teuer wird, fahren die grossen Player ihr Engagement dort immer mehr zurück.

Sehr zur Freude der «Schattenbanken»: Zinsspezialisten, die dem Banking den Rücken kehren, werden von Hedge-Funds und Asset Managern mit offenen Armen empfangen.

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