Warum «Affären» mit Bankkunden heikel sind

Eine Top-Vermögensberaterin und ein steinreicher Unternehmer hatten eine jahrelange Liebesbeziehung. Jetzt hat die Bank Morgan Stanley dafür eine Millionenklage am Hals.

Verboten ist es nicht, eine Affäre zwischen Berater und Kunde, aber es kann zu Ärger führen. Dies zeigt das Beispiel von Ami Forte (Bild): Top-Vermögensberaterin bei Morgan Stanley.

Vom Finanzmagazin Barron's mehrfach ausgezeichnet, gehört die 57-Jährige zu den besten der Welt. Sie verwaltet rund 2 Milliarden Dollar. Und die Bankerin gehört zu den wenigen Frauen im Morgan Stanley's Chairman's Club.

Soweit zu ihrer Karriere. Denn jetzt wird es kompliziert. Weil Ami eine besonders enge Beziehung zu einem prominenten Kunden pflegte, droht dem Institut nun eine Strafe von 400 Millionen Dollar. Dies berichtet das Branchenportal «Business Insider».

Was wusste die Ehefrau?

Ami hatte mit dem Unternehmer und Mitbegründer von Home Shopping Network seit dem Jahr 2000 eine amouröse Beziehung: mit dem US-Milliardär Roy Speer. Dieser starb im Jahr 2012 im Alter von 80 Jahren.

Nun klagt die Witwe von Speer gegen Morgan Stanley Wealth Management, gegen Forte sowie gegen einen Niederlassungsleiter. Lynnda Speer verlangt Schadenersatz in der Höhe von 400 Millionen Dollar. Der Grund: Ami Forte habe ihrem Mann gigantisch hohe Gebühren und Provisionen abgeknöpft. Pikantes Detail: Offenbar wussten die Witwe und die Finanzszene von der Liaison der beiden.

200 Trades pro Monat

Laut einem Dokument, das der US-Finanzaufsichtsbehörde Finra vorliegt, soll das Finanzhaus rund 12'000 Börsengeschäfte für Speer getätigt  haben. Das ist ein Durchschnitt von 200 Trades pro Monat während fünf Jahren. So strich die Bank rund 40 Millionen Dollar Gebühren ein, heisst es.

Für den Anwalt der 75-jährigen Witwe ist klar: Für einen an den Rollstuhl gefesselten Mann, der gegen sein Lebensende geistige und körperliche Gebrechen zeigte, passt das nicht.

Morgan Stanley widerspricht

Für den Finanzkonzern sind die Ansprüche allerdings unbegründet. Morgan Stanley widerspricht der Geschichte. Nun muss die Aufsichtsbehörde der Sache nachgehen.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Wie Goldman Sachs 1,2 Milliarden Dollar aus Libyen versenkte
  • Blackrock-Mitgründerin: «Asset Manager sind keine Banken»
  • Nullzins-Politik: Und sie funktioniert doch – sagt Mario Draghi
  • Europas Zukunft steht auf dem Spiel
  • Bankchef muss auf 41 Millionen Dollar verzichten
  • Wohnen wie Leonardo DiCaprio
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

Unattraktive Bankjobs

Unattraktive Bankjobs

Warum es nicht mehr so begehrenswert ist, bei einer Bank zu arbeiten.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der Hedgefondsanbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Das Unternehmen begründet die Verschiebung mit einem Verzug in den Verhandlungen um eine zweite Finanzierungstranche nach den Rekapitalisierungs-Massnahmen vom Sommer.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt. Die Zahlung erfolgte, weil die UBS ihre Broker nicht standesgemäss ausgebildet habe.

Avaloq

Der Bankensoftwareentwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

weitere News