Ivan Pictet: «Wenn schon, dann bin ich ein aggressiver Delphin»

Ivan Pictet, ein Grandseigneur des Schweizer Private Banking, hat ein aussergewöhnliches Interview an einem aussergewöhnlichen Ort gegeben. Im Kinderzoo in Rapperswil philosophiert er über Lieblingstiere, Führungsprinzipien und den «Schmutzli».

Ivan Pictet (Bild unten) war schon als Senior-Teilhaber der Genfer Privatbank Pictet eher selten öffentlich in Erscheinung getreten. Kameras und Interviews scheute er. Seit er 2010 als Bankier zurückgetreten ist, sind seine Auftritte noch spärlicher geworden. 

Eine dieser raren Gelegenheiten haben die Journalisten der Genfer Zeitung «Tribune de Genève» beim Schopf gepackt. Sie begleiteten Pictet auf einer Bus-Tour durch die Deutschschweiz: «Genf besucht die Schweiz» gesponsert von der Fondation pour Genève, welche Pictet präsidiert.

Ivan Pictet 500

Den Stopp im Kinderzoo in Rapperswil (SG) nutzte Pictet «um die Elefanten anzuschauen und ein Glacé zu essen» (Bilder). Und die Journalisten stellten ihre Fragen – «über Zirkustiere, um die Seele des führenden Genfers zu erfassen», hiess es.

Ivan Pictet: Kein Lama...

Erste Frage: Mit welchem Tier er sich identifiziere? «Ein Tier, das nett erscheint, aber ziemlich böse sein kann und ungeahnte Reaktionen an den Tag legt», umschreibt Pictet das Wesen. Wie ein Lama? haken die Befrager nach. «Vielleicht. Ich habe eine gewisse Aggressivität in mir. Bei Lamas bin ich mir da nicht so sicher.»

Dann erklärt Pictet, was er mit Aggressivität meint: Für etwas zu kämpfen, Ziele erreichen, immer an vorderster Front. «Ich mag auch die List», gesteht er ein. Aber die sei nicht sein Hauptantrieb.

...aber Löwe oder Pavian

Inzwischen hat sich Tatjana Darany, Direktorin der Stiftung, dazu gesellt und stellt ihrerseits Überlegungen an, welches Tier Pictet am ehesten spiegle. Ein Löwe vielleicht oder ein Pavian, grübelt sie, um dann zum Delphin zu gelangen. Der sei «friedlich, intelligent und spielerisch», wie er. Worauf der Ex-Bankier einwirft: «Ja, aber wenn schon, dann ein aggressiver Delphin!»

Dann erfährt der Leser, dass Pictet zwar kein Lieblingstier hat, dafür aber einen Hund. «Aber ich vermisse ihn nicht, wenn ich mal für zwei Wochen verreise.»

Mag Hunde, aber keine Pferde

Dann geht der Streifzug vom Tierreich über ins Zirkusleben. Für den 71-Jährigen ist der Pferdedresseur die wichtigste Persönlichkeit in einem Zirkusbetrieb. Er liebe die Pferdenummern im Zirkus. «Aber ich kann absolut nicht reiten und mag Pferde auch nicht».

Was denn seine Rolle in einem Zirkusbetrieb wäre – etwa der Direktor? Pictet überlegt und antwortet: «Nein, eher der Schmutzli» – ohne zu erklären, was der mit dem Zirkus zu tun hat. Er, Pictet, verteile zwar keine Fitzenhiebe, glaube aber an die Kraft der Überzeugung.

Vielleicht wäre er Politiker geworden

Letze Frage: Was aus ihm geworden wäre, wenn er nicht Pictet geheissen hätte?  «Keine Ahnung. Ich glaube, ich hätte die Zeit einfach verbummelt... Musiker hätte ich nicht werden können, weil ich keine Noten lesen kann. Vielleicht wäre ich Politiker geworden.»

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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