HSBC kommt in Genf mit Millionenbusse davon

Im letzten Februar hatte der Genfer Staatsanwalt eine Razzia bei der HSBC Private Bank befohlen. Jetzt muss er aber von einer Strafverfolgung absehen.

Nach den «Swiss Leaks»-Enthüllungen eines internationalen Recherche-Netzwerks überschlugen sich bei der Genfer HSBC die Ereignisse. Behörden in aller Welt nahmen Ermittlungen auf, um den Vorwürfen des Steuerbetrugs und der Geldwäsche bei der Bank auf den Grund zu gehen.

Wie auch finews.ch berichtete, sah sich auch die Genfer Justiz zu einer harten Gangart veranlasst. Der bekannte Oberstaatsanwalt Olivier Jornot liess dort Mitte letzten Februar eine Razzia durchführen, die das Institut noch stärker ins Rampenlicht der Öffentlichkeit trieb.

Busse wegen «vergangener Schwächen»

Wie die britische «Financial Times» nun berichtete (Artikel bezahlpflichtig), musste die Genfer Justiz jetzt aber bereits wieder den Übungsabbruch befehlen. Laut Jornod wird keine Strafklage gegen die Bank erhoben, was für das Institut besonders heikel geworden wäre. Auch muss sich die HSBC Privatbank nicht in irgendwelcher Weise schuldig bekennen.

Stattdessen zahlt sie eine Busse von 40 Millionen Franken wegen vergangenen Schwächen in der Organisation. Immerhin ist dies die höchste Strafzahlung, welche die Genfer Justiz je gegen eine Bank verhängte.

Die Bank selber hält fest, dass sie voll mit den Genfer Behörden kooperiert und ihre Geschäftspraxis in den letzten Jahren radikal verändert habe.

Durch Schweizer Gesetz gebremst

Ausgebremst wurde Jornods Ermittlungen pikanterweise durch den berühmt-berüchtigten Unterschied, denn das Schweizer Gesetz zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung macht: Letztere ist hierzulande nicht strafbar. Genau aus diesem Grund werden weder die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) noch die Bundesanwaltschaft die Bank weiter verfolgen, wie berichtet wird.

Noch ist die HSBC in Genf indes nicht aus dem Schneider – Ermittlungen gegen sie in den USA, Frankreich, Belgien und sogar Argentinien halten an.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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