Credit-Suisse-Chef Dougan: «Mein Bonus war ein Investment»

Ende Juni tritt der Amerikaner als Chef der Grossbank Credit Suisse zurück. Zeit, seine von Höhen und Tiefen geprägte Karriere Revue passieren zu lassen. In einem aktuellen Interview spricht er über seinen Bonus, über eine Zukunft jenseits des Banking – und was ihm am meisten Sorgen bereitet.

Der 70-Millionen-Franken-Bonus für den Credit-Suisse-Chef Brady Dougan (Bild) sorgte im Jahr 2010 für einen öffentlichen Aufschrei. Jetzt zeigt sich der scheidende Grossbank-CEO in einem Interview mit dem «Handelsblatt» (vollständiger Artikel kostenpflichtig) einsichtig.

Er verstehe natürlich die Aufregung. «Eigentlich handelte es sich aber um ein Investment, das am Ende aufgegangen ist, weil sich die Credit-Suisse-Aktie gut entwickelt hatte». Und noch etwas: Im internationalen Branchenvergleich sei eine solche Vergütung nichts Ausserordentliches.

Wenigstens besser bewertet

Darauf angesprochen, dass die CS-Aktie während seiner Amtszeit 65 Prozent an Wert verloren hatte, entgegnet er: «Unsere Aktie zählt meiner Ansicht nach im Branchenvergleich weiter zu den besser bewerteten.» Und stets habe man den Aktionären eine Dividende ausbezahlt.

Es komme jetzt vor allem darauf an, ob die Credit Suisse (CS) auch in Zukunft stabile Erträge im Investmentbanking erwirtschafte, wie in den vergangenen Quartalen. «Auch müssen wir weiterhin zeigen, dass wir in der Vermögensverwaltung wachsen und Marktanteile gewinnen.» Das sollte seiner Ansicht nach der Markt dann honorieren.

Attraktives Investmentbanking

Es geht für ihn ausserdem nicht per se um die Frage Private Banking oder Investmentbanking, sondern darum, was ein Geschäftsmodell erwirtschafte, so Dougan. «Wenn es uns dauerhaft gelingt, mit unserer Investmentbank Renditen nach Steuern von 17 oder 19 Prozent zu erzielen, wie wir es seit längerem im strategischen Geschäft tun, ist das ein gutes Ergebnis.» Und dank solcher Renditen werden Investoren auch unser Modell für attraktiv halten.

Die Bilanz der Investmentbank soll zudem weiter verkürzt werden, wie die CS bereits angekündigt hat. Generell glaube er, dass es auch unter den neuen Voraussetzungen im Investmentbanking erfolgreiche Geschäftsmodelle gebe.

Vom Manager zum Unternehmer?

Rückblickend gibt es für ihn zudem nicht sehr viele Dinge, die er bereut. Im Grossen und Ganzen ist Brady Dougan ganz zufrieden mit den wichtigen Entscheidungen während acht Jahren an der Spitze der Credit Suisse. 

Der scheidende CS-Boss sagt im Interview weiter, dass er nicht wisse, ob er in der Finanzindustrie bleibe. «Es gibt viele spannende Möglichkeiten. Es könnte auch interessant sein, in eine andere Branche zu investieren oder eine Firma zu leiten.» Das Spannendste für ihn wäre: Etwas Neues aufzubauen.

«Das gab es noch nie in meinem Leben»

Ob er Anzeichen für neue Blasen sehe, wollte das «Handelsblatt» schliesslich von ihm wissen. «Was mir am meisten Sorgen bereitet, ist das ungewöhnliche Umfeld, in dem wir leben», sagte der Amerikaner, der Ende Juni sein Amt an den Ex-Chef des Versicherers Prudential Tidjane Thiam übergibt.

Negative Zinsen habe es in seinem Leben noch nie gegeben. Trotzdem scheinen viele Akteure an den Märkten das schon beinahe für normal zu halten, wie er sagte. «Ich fürchte allerdings, dass wir schneller höhere Zinsen und damit grössere Auswirkungen auf den Markt sehen werden als viele erwarten.»

 

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