Hedgefonds-Finanzchef sass Betrüger auf

Ein Betrugsfall in Grossbritannien zeigt, dass selbst die raffiniertesten Online- Sicherheitssysteme wegen menschlicher Fehler versagen.

Zu häufig beurteilen Firmen die Cybersicherheit als technisches Thema und vernachlässigen das grosse Risiko, das von den Mitarbeitenden selbst ausgeht. So wie bei diesem britischen Hedgefonds.

Thomas Meston, der Chief Financial Officer (CFO) von Fortelus Capital Management, wollte im Dezember 2013 Feierabend machen und ins Wochenende gehen, als er einen Anruf erhielt.

Menschliches Versagen

Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter von Coutts aus, der Hausbank des Londoner Hedgefonds, wie die britische Zeitung «Daily Mail» berichtete. Er warnte Meston, es könnten betrügerische Transaktion auf dem Firmenkonto stattgefunden haben.

Finanzchef Meston willigte ein, mithilfe des Smartcard-Sicherheitssystems der Bank Codes zu generieren. Damit wollte der angebliche Coutts-Banker 15 verdächtige Zahlungen rückabwickeln, heisst es.

Konto abgeräumt

Die böse Überraschung folgte am Montag: Als Meston sich in das Online-Bankkonto einloggte, sah er, dass über 1 Million Franken fehlten. Und bei Coutts gab es keine Aufzeichnung des Telefonats. Meston war einem Betrüger aufgesessen.

Darauf erhielt Finanzchef Fortelus die Kündigung und wird nun von dem Fonds verklagt. Er soll seine Pflicht verletzt haben, die Vermögenswerte der Firma zu schützen, behauptet Fortelus jetzt vor Gericht.

«Freitag-Nachmittag-Betrug»

Der Fall weckt Erinnerungen. Nicht nur Hedgefonds wurden Opfer des sogenannten «Freitag-Nachmittag-Betrugs». Im Mai warnte der Versicherer Zurich, Betrüger gäben sich Anwaltskanzleien gegenüber als Bankmitarbeiter aus, um Zugang zu Konten zu erhalten. Und zwar häufig spät an Freitagen.

Die Betrügereien hätten die Unternehmen und ihre Versicherer innerhalb von drei Monaten in diesem Jahr über 7 Millionen Franken gekostet, schätzt Zurich.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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