Diese Schweizer Retailbank hat die wertvollsten Mitarbeiter

Mit der Produktivität ist es im Schweizer Retailbanking nicht gerade zum Besten bestellt, wie eine neue Studie zeigt. Doch es gibt einige überraschende Ausnahmen.

Vor dem Morgengrauen ins Büro, und noch bis tief in die Nacht das Licht brennen lassen: Das ist der Nimbus der Betriebsamkeit, mit dem sich die Bankbranche gerne umgibt. Doch eisernes Ausharren im Büro ist nicht gleich Produktivität, wie eine neue Studie des Zürcher Beratungsunternehmens IFBC vermuten lässt.

Dazu untersuchten die Berater 49 Retailbanken in der Schweiz, von der dominanten Raiffeisen Gruppe bis zur kleinen St. Galler Acrevis Bank. Die Daten, die sie dabei zutage förderten, zeichnen ein nicht besonders schmeichelhaftes Bild des Schweizer Inland-Bankings.

Steigende Pesonalkosten

So nimmt laut IFBC die operative Effizienz der Schweizer Retailbanken gemessen an der Anzahl Mitarbeitender seit 2008 stetig ab. Der Bruttogewinn pro Banker sank in diesem Zeitraum um nicht weniger als 11 Prozent. 2014 reduzierte er sich nochmals geringfügig auf durchschnittlich 180'000 Franken, wie die Studie festhält. Derweil stieg der Personalaufwand in den letzten Jahren um durchschnittlich 7,5 Prozent an, der Sachaufwand pro Kopf hingegen ging um 5,6 Prozent zurück (siehe Grafik unten).

Retail Grafik 1 500

Was nicht heissen will, dass es Ausnahmen von der Regel gibt. Wird der pro-Kopf-Bruttogewinn als Mass der Effizienz hinzugezogen, dann schneidet insbesondere die Banque Cantonale de Fribourg (BCF) gut ab (siehe Grafik unten). Mit einem Wert von 483'000 Franken konnte das für seine schlanken Strukturen bekannte Institut laut der Studie im Jahr 2014 seinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz noch weiter ausbauen.

Retail Grafik 2 500

Im Ranking folgen mit deutlichem Abstand auf die BCF die Berner Banken EEK und AEK Bank 1826. Die restlichen Top-10-Ränge gingen dann wiederum an Staatsbanken. Die grösste Steigerung beim Bruttogewinn pro Mitarbeiter verzeichnete 2014 derweil die Bank Linth mit knapp 38'000 Franken, so die IFBC-Studie.

Skaleneffekte wirken

Indes warnen die Berater vor einem falschen Eindruck, der durch die kleinen, agilen Player in der Top-10-Liste entstehen könnte. Denn es gebe sehr wohl einen Zusammenhang zwischen Institutsgrösse und deren finanzieller Wertschaffung, so die Berater. «Sowohl beim Bruttogewinn pro Mitarbeiter als auch bei der Cost-Income-Ratio zeigen die grossen Banken aktuell und auch retrospektiv vergleichsweise bessere Werte», halten sie fest. Das weise auf die Realisierung von Skaleneffekten hin.

Auch im Schweizer Retailbanking, so macht es den Anschein, wird Volumen mehr und mehr zum Trumpf.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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