UBP setzt der starke Franken zu

Die Genfer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) hat sich auch im letzten Semester als unermüdlicher Konsolidator bewiesen. Doch nun muss das Institut in Familienbesitz kürzer treten.

Mit der letzten April erfolgten Übernahme der Privatbank Coutts International bewies die Genfer Union Bancaire Privée (UBP) einmal mehr, dass sie auch grosse Happen zu packen weiss. Doch nun zollt auch sie dem schwierigen Umfeld Tribut. Das zeigt der am Dienstag veröffentlichte Halbjahresausweis.

So vermeldete die UBP einen gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent tieferen Reingewinn von 79,5 Millionen Franken. Dafür macht CEO Guy de Picciotto vorab die Folgen des Frankenschocks vom letzten Januar verantwortlich. «Da 80 Prozent unserer Kundengelder in Fremdwährungen gehalten werden, belastete die Aufwertung des Schweizer Frankens unsere Einnahmen in signifikanter Weise», erklärte er am Dienstag. Der Effekt habe das Halbjahresergebnis um nahezu 20 Millionen Franken geschmälert.

Keine Entwarnung

Für den Rest des Jahres gibt de Picciotto derweil keine Entwarnung. «Der Effekt könnte sich für das zweite Halbjahr noch verstärken», mahnte er weiter.

Die Frankenstärke setzt auch den mehrheitlich in Fremdwährungen verbuchten Kundengeldern zu. Die verwalteten Vermögen sanken demnach um knapp 2 Prozent auf rund 93 Milliarden Franken. Gleichzeitig verbuchte UBP nach eigenen Angaben Neugeldzuflüsse von über 2 Milliarden Franken.

Noch nicht im Resultat enthalten sind die von Coutts International verwalteten Vermögen – schon deshalb, weil nach wie vor nicht klar ist, wie viel von den rund 30 Milliarden Franken an Kundenvermögen tatsächlich zur UBP wechseln. Die Integration erfolge nach Plan, hiess es aber seitens der Genfer Privatbank.

CIR zum Träumen

Derweil schlugen Kosten aus der Coutts-Akquise schon im ersten Semester zu Buche. So fielen die Betriebskosten mit 252,6 Millionen Franken leicht höher aus als im Vorjahr. Auslagen hatte die Bank auch mit dem Joint-Venture mit einer Asset-Management-Gesellschaft in Schanghai und dem Ausbau der Vertriebseinheiten in Osteuropa und im Nahen Osten.

Dennoch konnte die UBP die wichtige Kennzahl des Kosten-Ertrags-Verhältnis (Cost Income Ratio CIR) nochmals verbessern – und zwar auf tiefe 66,6 Prozent. Mithin ein Wert, von dem andere Privatbanken nur träumen können.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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