UBS-Stellen: Erstmals seit 15 Jahren unter 60'000

Bei der grössten Bank der Schweiz findet ein kontinuierlicher Personalabbau statt. Gleichzeitig steigen die Personalkosten.  Wie das zusammenpasst.

Menschenmenge©Shutterstock

Die UBS beschäftigte seit der Übernahme von Paine Webber im Jahr 2000 immer mindestens 60'000 Mitarbeiter  – eine Marke, die sich mittlerweile in den Köpfen festsetzte. In den Blütejahren der Hochfinanz beschäftigte die UBS sogar deutlich mehr als 70'000 Angestellte. Doch von dieser Marke ist sie inzischen wieder weit entfernt. Tatsächlich ist der Personalbestand der Grossbank weltweit erstmals seit 15 Jahren wieder tiefer als  60'000.

Aktuell arbeiten konzernweit und in Vollzeit-Stellen umgerechnet 59'648 Mitarbeiter bei der UBS (siehe Grafik unten), wie dem am Dienstag publizierten Zweitquartalsbericht zu entnehmen ist. Dies sind 440 Personen weniger innert Jahresfrist.

UBS personalbestand 501

Fuss auf der Kostenbremse

Der kontinuierliche Abbau ist eine Folge des im 3. Quartal 2012 lancierten Sparprogramms. Damals kündigte UBS-Chef Sergio Ermotti an, in den nächsten drei Jahren weltweit rund 10'000 Arbeitsplätze zu streichen, wie auch finews.ch berichtet hatte.

Allerdings wurde dieses Ziel (zum Glück der UBS-Mitarbeiter) bei weitem nicht erreicht. Die Grossbank ist denn auch dazu übergegangen, keine konkreten Ziele beim  Stellenabbau mehr zu nennen, sondern sich auf Kostensenkungsziele zu beschränken, wie eine UBS-Sprecherin auf Anfrage von finews.ch sagte.

Vor drei Jahren gab die Geschäftsleitung ein Sparziel von 3,9 Milliarden Franken vor. Aus der aktuellen Ergebnis-Präsentation sind davon per Juni 2015 bereits 2,7 Milliarden Franken eingespart worden. Bis Ende 2015 sollen weitere 500 Millionen Franken weggeschnitten werden (siehe Grafik unten). Der Rest soll dann im Folgejahr eingespart werden.

UBS costreduction 500

Steigende Personalkosten

Interessant: Trotz sinkendem Personalbestand sind die Personalausgaben bei der grössten Schweizer Bank gestiegen (siehe erste Grafik).

So betrug der Personalaufwand gemäss der Rubrik «personnel expenses (adjusted)» im 2. Quartal 2012 knapp 3,7 Milliarden Franken gut 63'500 Mitarbeitern. Im aktuellen Quartal liegen die Personalkosten bei etwas über 4 Milliarden Franken bei einem Bestand von unter 60'000.

Die höheren Personalkosten erklärt die UBS im aktuellen Quartalsbericht hauptsächlich mit gestiegenen Ausgaben für variable Vergütungen und höhere Kompensationen für Beratertätigkeiten in der Vermögensverwaltung der US-Division UBS Americas.

Personalkosten oft durch einmalige Ereignisse beeinflusst

Gegenüber finews.ch sagt die UBS, dass sich die Personalkosten über diverse Quartale nicht vergleichen liessen. Oftmals seien die Kosten durch einmalige Ereignisse bestimmt. Als Beispiele führt sie Restrukturierungskosten, Währungseffekte, höhere Rückstellungen bei variablen Vergütungen oder Änderungen bei Pensionsplänen ins Feld.

Angesichts des anhaltenden Spardrucks bei der UBS und der weiteren Kostensenkungsmassnahmen erscheint ein weiterer Personalabbau bei der UBS unausweichlich.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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