Droht der Credit Suisse ein Libor-Zivilprozess?

Neue Runde im Libor-Zinsskandal: Eine US-Richterin öffnet geschädigten Investoren nun eine Tür für Zivilprozesse gegen zahlreiche Grossbanken.

Der Libor-Fall ist nach den Milliardenbussen offenbar noch lange nicht vom Tisch. Die US-Bezirksrichterin Naomi Reice Buchwald macht nun nämlich geschädigten Grossanlegern Hoffnung. Buchwald stellte fest, dass es eine Grundlage für entsprechende Klagen gebe. Dies berichtet die amerikanische Börsenbetreiberin «Nasdaq».

Wenn es stimme, dass die Banken bei der Ermittlung des wichtigen Referenzzinssatzes bewusst falsche Angaben zu ihren Finanzierungskosten gemacht hätten, dann hätten Investoren einen Nachteil erlitten, erklärte die Richterin: «Wenn diese Vorwürfe stimmen, dann handelt es sich hier um Betrug», so Buchwald im Wortlaut.

Erschwernis für die Kläger

Mehrere institutionelle Investoren sind vor Gericht gezogen. Dabei kämpfen sie jeweils für sich und wollen sich keiner Sammelklage anschliessen, heisst es weiter. Sie richten ihre Vorwürfe gegen 16 Grossbanken, darunter Citigroup, HSBC, Deutsche Bank, J.P. Morgan und Bank of America. Auch die Credit Suisse wird im Bericht genannt, von der UBS hingegen ist nicht die Rede.

Richterin Buchwald beschäftigt sich mit dem Rechtsstreit seit Jahren. Einige Vorwürfe liess sie in ihrem 431-seitigen Bericht allerdings nicht gelten. Vor allem sei es für die Kläger eine Erschwernis, einen möglicherweise entstandenen Schaden tatsächlich nachzuweisen, so Buchwald.

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NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der Hedgefonds-Anbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Offenbar verzögern sich die Verhandlungen um eine zweite Finanzierungsrunde.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

Avaloq

Der Bankensoftware-Entwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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