Credit Suisse will sich wieder in Hedgefonds-Firmen engagieren

Vor drei Jahren hat sich die Credit Suisse aus dem Beteiligungsgeschäft an Hedgefonds verabschiedet. Nun wagt sie ein Comeback. Damit dies gelingt, hat die Bank den ehemaligen Stiftungsverwalter der Stanford-Universität engagiert.

Die Credit Suisse (CS) will in den USA Minderheitsbeteiligungen an Hedgefonds wieder aufbauen, wie das «Wall Street Journal» am Donnerstag berichtete.

Der Entscheid der Schweizer Grossbank kommt insofern überraschend, weil seit der Einführung der Volcker-Rule für fünf Jahren Beteiligungen an Hedgefonds und Private Equity-Gesellschaften stark eingeschränkt wurden. Solche Engagements sind nur noch erlaubt, wenn die Bank die Risiken durch mehr Eigenkapital absichert. Die Bestimmung zielt darauf ab, das Risiko einer neuerlichen Finanzkrise zu minimieren.

Diverse Banken haben sich seither aus diesem Geschäft verabschiedet, mitunter die CS, und zwar im Jahr 2012.

Die Volcker-Rule umschifft

Doch nun revidiert die CS ihren damaligen Entscheid, indem sie sich eine Lücke in der Volcker-Rule zu Nutze macht. Denn die erwähnte Regel untersagt nicht die Kapitalbeschaffung für Fonds, die in Hedgefonds-Firmen investieren. Gemäss Bericht hat die CS nun einen ebensolchen Fonds gegründet, dessen Name aber noch nicht bekannt ist.

Die Hedgefonds-Firmen haben seit der Finanzkrise 2008 zwar Mühe, die Benchmarks zu übertreffen. Dennoch bleiben sie für jene Investoren attraktiv, die an den hohen Fondsgebühren partizipieren möchten. Diese belaufen sich im Schnitt auf 2 Prozent der verwalteten Vermögen inklusive einer Performance-Fee von 20 Prozent.

Allerdings taucht die Credit Suisse damit in ein Haifischbecken. Laut «Wall Street Journal» tummeln sich in diesem Geschäft bereits Blackstone, Goldman und Neuberger Berman, die mittels Fonds bereits mehrere Milliarden Dollar in solche Hedgefonds-Firmen steckten.

Zwei Topmanager engagiert

Um bessere Chancen zu haben, holte sich die Credit Suisse zwei erfahrene Manager an Bord, die den Fonds gemeinsam verwalten sollen. Dabei handelt es sich zum einen um John Powers (Bild), wie die Bank gegenüber dem Finanzblatt bestätigte. Bis Ende Mai 2015 verwaltete Powers die 25 Milliarden Dollar schwere Stiftung der US-Universität Stanford.

Im vierten Quartal stosst noch Anthony Maniscalco, ein Blackstone-Mann, zur CS, wie es weiter heisst.

Powers kam während seiner Zeit als Fondsmanager bei Standford mit diversen Hedgefonds-Investments in Kontakt und war eigenen Angaben zufolge schnell fasziniert von diesen Vehikeln. Der 62-Jährige investierte denn auch mehr als 15 Prozent der Stiftungsgelder in Hedgefonds.

Was, wenn die Märkte drehen?

Laut einer mit der Sache vertrauten Person wird der noch namenlose Fonds allerdings erst 2016 aufgelegt. Unklar bleibt auch, wie viel Geld Powers zusammenbringt, und in welche Hedgefonds-Firmen er investieren will, und wie der Fonds die Anteile wieder los kriegt, wenn die Märkte drehen sollten.

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