Chinesen fälschen Goldman Sachs

Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist ein böses Omen für die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse. Chinesische Fälscher machen sich nun an die US-Investmentbank Goldman Sachs heran.

Shenzhen©Shutterstock

Arnold-Schwarzenegger-Filme, Gucci-Taschen, Rolex-Uhren – sie alle wurden schon zum Ziel chinesischer Raubkopisten. Nun ist die Liste der Opfer um einen Namen länger: Goldman Sachs.

Wie die Agentur «Bloomberg» jüngst berichtete, operiert in der Stadt Shenzhen – also in unmittelbarer Nähe des Banken-Hub Hongkong – eine gewisse Goldman Sachs (Shenzhen). Das Institut brüstet sich, zu den führenden Leasing-Kreditgebern der aufstrebenden chinesischen Grossstadt zu gehören.

Namenlose Empfangsdame

Doch die Nachfrage der Agentur beim Hauptquartier von Goldman Sachs in New York ergab: Bei der mächtigen Investmentbank hat noch nie jemand von einer Niederlassung in Shenzhen gehört.

Als die «Bloomberg»-Redakteure in Shenzen anriefen, ging dort zwar eine Dame ans Telefon. Ihren Namen wollte sie aber partout nicht nennen. Es sei das erste Mal, dass sie überhaupt jemand nach der Verbindung zur Wall-Street-Bank frage, liess sie die Anrufer wissen.

Verdacht auf Geldwäsche

Doch das könnte sich ändern. Goldman Sachs hat die Witterung aufgenommen und will sich die unverhoffte Namensvetterin in Shenzhen genauer anschauen. Und nicht nur sie. Arbeiter einer amerikanischen Casino-Kette haben laut «Bloomberg» die chinesischen Antikorruptions-Behörden auf die Leasing-Spezialistin aufmerksam gemacht. Ihr Verdacht: Goldman Sachs (Shenzhen) sei in Wirklichkeit auf Geldwäscherei spezialisiert.

Erhärtet sich der Verdacht, wären die Betrügereien rund um den chinesischen Bankensektor um eine Episode reicher. Wie die chinesische Agentur «Xinhua» berichtet, wurde letzten Juli ein Mann verhaftet, der eine ganze Bankfiliale gefälscht hatte – inklusive Schalter und Geldautomaten. Opfer war damals allerdings die heimische China Construction Bank.

Exponierte Schweizer Banken

Für alle ausländischen Banken, die mit Kunden aus dem Reich der Mitte geschäften, ist das ein ungutes Zeichen. Dies gilt gerade auch für die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse, welche die Plätze 1 und 3 im Private-Banking in Asien belegen und auch grosse Ambitionen in China hegen.

Gerade die UBS wäre eigentlich noch stärker gefährdet als Goldman Sachs, Ziel von Fälschern zu werden. Laut dem Ranking der Spezialistin Brandirectory ist die Marke UBS in China nämlich noch deutlich mehr wert als das Goldman-Sachs-Logo.

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