Vontobel-CEO Zeno Staub setzt auf das Beziehungsnetz der Familie Pesenti

Mit der Infrastruktur und dem Personal der übernommenen Finter Bank will Vontobel vor allem einen weissen Flecken auf der Geschäfts-Landkarte tilgen. Der Finter-Standort in Zürich wird integriert. 

Nach langer Suche kann die Zürcher Vontobel-Gruppe mit der Übernahme der Finter Bank endlich ihr Vermögensvewaltungs-Geschäft ausbauen, wenn auch im kleinen Rahmen – Finter bringt 1,6 Milliarden Franken an Kundengeldern ein.

Die Finter Bank Zürich – wie sie mit vollem Namen heisst – geht zurück auf ein Finanzinstitut, das als Westbank 1958 in Chiasso (Schweiz) gegründet wurde. Gründer und Aktionäre waren italienischstämmige Unternehmer, die den Namen der Bank schon bald in Finter änderten, eine Kurzform aus «Fondation Internationale», um den internationalen Charakter der Wurzeln der Bank hervorzuheben.

Hochwertiges Kundenbuch

Carlo Pesenti 160Im Jahr 1967 übernahm die Mailänder Finanzholding Italmobiliare der Familie Pesenti die Finter Bank. CEO der Italmobiliare ist der Unternehmer Carlo Pesenti (kleines Bild). Die Holding hält unter anderem die Mehrheit am italienischen Zementkonzern Italcementi sowie Beteiligungen an diversen anderen Banken, wie Credit Mobilier de Monaco, Unicredit, Mediobanca UBI Banca und Banca Leonardo (Liste der Beteiligungen).

Laut Vontobel verfügt die Finter Bank über ein qualitativ hochwertiges Kundenbuch. «Die italienischen Kunden sind weitgehend steuertransparent», betonte eine Vontobel-Sprecherin gegenüber finews.ch. Dies sei auch der Grund gewesen für die Übernahme der Bank als Ganzes und in Form einer Aktientransaktion (Share Deal) – im Gegensatz zu einer Übernahme von Kundengeldern (Asset Deal).

Ambitionen in Italien

«Wir sehen ein grosses Potenzial im Markt für italienische Privatkunden und sind überzeugt, durch die Akquisition optimale Voraussetzungen für den weiteren Ausbau unseres Fokusmarktes Italien geschaffen zu haben», sagte Vontobel-CEO Zeno Staub (Bild oben) am Freitag.

Für die Bank zahlt Vontobel laut Mitteilung 1,1 Prozent der Kundenvermögen. Bei 1,6 Milliarden Franken an Kundengeldern sind dies 17,6 Millionen Franken. Hinzu kommt der aus Überschusskapital bestehende Buchwert. Die gesamte Summe geben die involvierten Parteien allerdings nicht bekannt.

Investition in den Finanzplatz Schweiz

Der Name der Finter-Bank wird laut Vontobel verschwinden und die Geschäftsstelle in Zürich soll in den Vontobel-Hauptsitz integriert werden. «Der Standort in Lugano dient als neues Zentrum für die Betreuung italienischer und Tessiner Kunden», sagte die Vontobel-Sprecherin weiter. Von Lugano aus, wo Vontobel bislang nicht vertreten war, plant die Bank, italienische Kunden zu bedienen.

Georg Schubiger 500

«Durch die Kombination unserer Kompetenzen können wir im italienischen Sprachraum domizilierten Kunden eine umfassende und internationale Dienstleistungspalette bei gleichbleibender hoher Beratungsqualität bieten. Gleichzeitig investieren wir durch unsere neue Präsenz im Tessin in den Finanzplatz Schweiz», erklärte Georg Schubiger (Bild), Private-Banking-Chef von Vontobel.

Weit verzweigte Beziehungen

Bei diesem Plan kann Vontobel auf die weit verzweigten Beziehungen der Industriellen-Familie Pesenti aufbauen. «Die Familie Pesenti verfügt in Italien über ein einzigartiges Netzwerk, was der Kundenakquise sehr dienlich sein wird», ergänzte die Vontobel-Sprecherin.

Lesen Sie zum Thema auch: «Finter Bank oder das bittere Ende einer Epoche»

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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