Konsumkredite: Die Krux mit dem Rigozzi-Effekt

In der Schweiz teilen sich drei Anbieter mehr als die Hälfte des Konsumkredit-Marktes. Konkurrenzkampf und Wachstumsschwund prägen das Geschäft, wie eine neue Studie zeigt. Und noch von einer anderen Seite droht der Branche Unbill.

Hierzulande teilen sich drei Kreditinstitute über zwei Drittel des Konsumkreditmarktes. Der grösste Anbieter ist die Bank-now. Die Credit-Suisse-Tochter hat 29 Prozent Marktanteil (siehe Grafik). Bei der Cembra Money Bank sind es 26 und bei der Migros Bank 15 Prozent.

Seit 2011 ist auch money-net.ch, die Onlinebank der Berner Kantonalbank, am Markt. Das Institut beansprucht mittlerweile 7 Prozent des Konsumkreditmarktes für sich.

Konsumkredit Marktanteile 501

Diese und andere Daten hat Patrick Fernandes im Rahmen einer Bachelorarbeit am Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) von der Hochschule Luzern erhoben. Dabei wurden die Konsumkreditbestände der einzelnen Marktteilnehmer aus den Geschäftsberichten 2014 genommen und ins Verhältnis zum gesamten ausgewiesenen Konsumkreditvolumen per Ende 2014 gesetzt.

Kreditvolumen nehmen ab

Die Wachstumaussichten im Schweizer Konsumkreditmarkt gelten zudem als getrübt, wie der Bericht zur Studie auf dem «IFZ Retail Banking Blog» durchblicken lässt. Zum einen, weil das Kreditvolumen seit 2009 rückläufig ist (siehe Grafik). Seither hat es den Angaben zufolge um 11 Prozent auf ein Volumen von 7,3 Milliarden Franken abgenommen. Die meisten befragten Experten bezeichneten den Konsumkreditmarkt denn auch als gesättigt.

Entwicklung Konsumkred 500

Zum anderen drohen den Anbietern strengere Auflagen seitens des Gesetzgebers. So wurde etwa in der vergangenen Frühjahrs-Session in Bern der Entwurf eines revidierten Konsumkreditgesetzes debattiert und verabschiedet.

Darin enthalten ist unter anderem eine Selbstregulierung bezüglich aggressiver Werbung. Unzulässig sollen in Zukunft sein:

  • Werbung, die spezifisch auf junge Erwachsene zielt.
  • Werbung in Freizeiteinrichtungen für junge Erwachsene, Spielsalons und Jugendzeitschriften.
  • Werbung, die den Eindruck verschafft, ein Konsumkredit sei sehr schnell erhältlich.

Drahtseilakt im Marketing

Gerade recht verführerisch-vollmundige Slogans wie jene der Bank-now – «Reicht’s für mein Himmelbett und seinen Flat-TV?» – dürften es unter dem neuen Regime wohl schwerer haben.

Und die Verpflichtung von Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi (Bild oben) als Markenbotschafterin für die Cembra Money Bank letzten Frühling sorgte schon damals für kritische Voten.

So befürchtet zum Beispiel die Schuldenberatung Schweiz, dass dadurch junge Menschen animiert werden könnten, den selben luxuriösen Lebensstil zu frönen wir ihr Idol Rigozzi – obwohl dies finanziell nicht drin liegt, schrieb damals das Newsportal «bluewin.ch». Viele würden dann zum Kredit greifen, hiess es weiter. 

Bundesrat bremst

Der Bundesrat sieht gemäss dem «IFZ Retail Banking Blog» noch andere Wachstumsbremsen vor: So will er den Maximalzinssatz von derzeit 15 Prozent senken und zudem an den Libor-Satz koppeln. Laut dem Bericht läge der Maximalzinssatz unter dem neuen Zinsregime noch bei 10 Prozent.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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