Zitterpartie für Kundenanlässe in Singapur

Mit den ersten Testfahrten und einem fulminanten Showprogramm hat an diesem Wochenende der Formel 1 Grand Prix in Singapur begonnen. Der Anlass ist für viele Banken von strategischer Bedeutung – doch dieses Jahr steht einiges auf der Kippe.

Auf die Minute genau starteten am (gestrigen) Freitagabend um 18 Uhr die Formel-1-Boliden zu ihren ersten Testfahrten auf dem anspruchsvollen Singapurer Circuit, der mitten und entsprechend spektakulär durchs Zentrum der Stadt führt.

Die besten Zeiten erzielte zunächst der Deutsche Nico Rosberg (Bild unten), während der kurzfristig für Roberto Merhi aufgebotene Newcomer Alexander Rossi drei Minuten vor Schluss des ersten Trainings in die Leitplanken fuhr – selber aber unverletzt blieb. Noch nicht ganz auf Touren kam der Top-Favorit Lewis Hamilton.

GP 2 500

Der heuer zum 8. Mal stattfindende Grand Prix, der insgesamt mehr als 85'000 Zuschauer anzieht, ist für viele der im Finanzzentrum Singapur ansässigen Banken von strategischer Wichtigkeit.

Ein Botschafter für die UBS

Denn an diesem Anlass empfangen und bewirten sie ihre allerbesten Kunden in exklusiven Suiten – auch die Schweizer UBS, zumal sie sowohl Grosssponsorin der Formel 1 als auch die bedeutendste Vermögensverwalterin in Asien ist. So darf es auch nicht überraschen, dass sie für ihre Marketing-Aktivitäten eigens den früheren Formel-1-Fahrer David Coulthard «als Botschafter» engagiert hat.

UBS 1 500

Der diesjährige Grand Prix in Singapur hat indessen schon im Vorfeld seiner Austragung für Diskussionen gesorgt. Denn seit nunmehr zwei Wochen befindet sich die Stadt sozusagen unter eine Dunstglocke, ausgelöst durch illegale Regenwald-Rodungen in Indonesien, namentlich in Sumatra.

Gefragte Gesichtsmasken

Entsprechend stiegen die Schadstoff-Emissionen in den letzten 14 Tagen regelmässig auf ein ungesundes, teils sogar sehr ungesundes Niveau. Der Verkauf von Luftfilter-Gesichtsmasken boomt.

Es liegt auf der Hand, dass damit auch bald die Frage aufkam, ob eine Durchführung des Rennens überhaupt möglich sei. Im Laufe dieser Woche, als die Luft wieder einmal besonders dunstig war, meldete sich sogar der britische Formel-1-Star Jenson Button in den Medien zu Wort und wies auf die hohen Risiken hin, denen die Fahrer während eines Rennens ausgesetzt sind, was dahingehend als Fingerzeig interpretiert werden konnte, den Grand Prix nötigenfalls sogar zu annullieren.

Stamford Pit 500

Chemischer Regen?

Allerdings ist bei einem solchen Event dermassen viel Geld im Spiel, dass es tatsächlich undenkbar gewesen wäre, den Anlass abzusagen. Zudem verbesserte sich gegen Ende der Woche die Luftqualität etwas, nachdem es tagsüber mehrmals heftig geregnet hatte.

Bald hiess denn auch, die Behörden hätten aus Flugzeugen heraus Chemikalien in die Wolken gesprüht, um ebendiese Schauer auszulösen respektive zu verstärken. Allerdings beeilte sich der Singapurer Umweltminister Vivian Balakrishnan, derlei Spekulationen zu dementieren.

GP 3 500

Sank am (gestrigen) Freitag die Luftverschmutzung tagsüber auf ein tolerierbares Mass ab, so erhöhten sich am Abend, ausgerechnet als Reggae-Superstar Jimmy Cliff (Bild unten) das mehrtägige und hochkarätige Open-Air-Unterhaltungsprogramm (unter anderem mit Pharrell Williams, Bon Jovi, Maroon 5 und Spandau Ballett) eröffnete, wieder auf beängstigende Niveaus an.

Padang Jimmy Cliff 500

Schwierige Situation

Für die vielen Touristen, aber auch für die geladenen Top-Kunden der Banken ist diese Situation letztlich doch etwas beklemmend.

Generell müssen sich die Banken fragen, wie weit sie sich in dem Formel-1-Zirkus noch profilieren wollen, zumal es auch sie sind, die betonen, wie sehr ihre Klientel nachhaltige Investitionsmöglichkeiten sowie philanthropische Engagements heute nachfragt und Wert darauf legt, dass ihr Geld «vernünftig» angelegt wird.

Glaubwürdig grün?

Rolex Track 500

Viele Finanzinstitute legen auch selber Wert darauf, in der Öffentlichkeit als «grün» wahrgenommen zu werden, wie auch finews.ch diese Woche berichtete. Vor diesem Hintergrund werden die Banken nicht umhin kommen, ihre Hospitality- und Sponsoring-Strategie in Sachen Top-Kunden und Autorennen grundlegend zu überdenken.

Einen Schritt in diese Richtung hat die Zürcher Bank Julius Bär bereits getan, indem sie – ohne vom Reiz der Autorennen abzukommen – seit nun einem Jahr Grosssponsorin der Formula E Championship ist, wie auch finews.ch berichtete. Dabei handelt es sich um eine Rennserie mit Elektro-Rennautos.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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