Citigroup: Angriff auf UBS-Dominanz in Asien

Keine Bank betreut in Asien mehr Geld von Privatkunden als die UBS. Die Nummer zwei in diesem Geschäft, die Citigroup, könnte diese Position gefährden. Sie will das Feld quasi von hinten aufrollen.

Rund 274 Milliarden Franken an Kundengelder verwaltet die UBS in Asien. Bei der Citi Private Bank – welche den Spitzenplatz vor zwei Jahren an die UBS abtreten musste – sind es umgerechnet in etwa 255 Milliarden Franken.

Dabei reissen sich die Auslandsbanken in Hongkong und in Singapur vor Ort allesamt um das Segment der sehr reichen Kundschaft mit einem Vermögen ab 30 Millionen Franken – den so genannten Ultra High Net Worth Individuals (UHNWI). Der Grund: In diesem Segment lässt sich gutes Geld verdienen.

Privilegierte Betreuung ab 30'000 Franken

Doch nun schert die Citibank aus: Zusätzlich zum gehobenen Privatkundengeschäft zielt sie nun in Asien auf die so genannte Affluent-Kundschaft. In Hongkong startete sie mit dem Angebot Ende August, nun folgt Singapur, wie das asiatische Wealth-Management-Portal «Hubbis» meldete. Im Fokus sind Kunden mit vergleichsweise bescheidenen Vermögen von 35’000 bis rund 140'000 Franken.

Das ist ein neuer Schritt: Bislang konzentrierten sich Auslandsbanken in Asien auf Investment-, Corporate- und Privatebanking. Das Massengeschäft überliessen sie den lokalen Anbietern. Die digitalen Veränderungen in der Branche eröffnen nun ganz andere Möglichkeiten: Banking ohne ein teures Filialnetz.

jung, gebildet und investmentaffin

Möglich und letzten Endes profitabel macht die Betreuung der Affluent-Kundschaft das weitgehend automatisierte und standardisierte Beratungsprodukt Citi Priority. Das Online-Beratungstool führt die Citigroup nun nach und nach in den Schwellenmärkten ein.

Es zielt auf 20- bis 40-jährige, gebildete Kunden ab, die investmentaffin sind und Aussicht auf steigende Einkommen haben. Die digitale Plattform bietet ihnen Finanzberatung und eine Reihe von standardisierten Bank- und Versicherungsprodukten. Zudem profitieren sie sowohl von höheren Spar- als auch tieferen Kreditzinsen.

Präsenz in mehrere Ländern

Mit der digitalen Plattform ist die Citibank bereits seit 2014 in diversen Märkten präsent, mitunter in Russland, Polen und Brasilien. Und weitere Märkte sollen dazukommen, hiess es weiter.

Mit Citi Priority macht die US-Bank vor, was mit digitalen Plattformen möglich ist: Steht sie einmal, lässt sie sich mit geringfügigen Anpassungen in beliebig vielen Märkten anwenden. Strömen die Kunden, ergibt sich ein lukrativer Skaleneffekt.

UBS unter Zugzwang

Auch die UBS arbeitet fiebrig an der Erstellung einer weltweit einheitlichen digitalen Buchungsplattform. Damit würde auch das bislang in Asien und in übrigen Auslandmärkten verschmähte Affluent-Segment für die UBS in Griffnähe rücken.

Die Citigroup hat sich einen Vorsprung erarbeitet, der das Rennen um die Bank mit den höchsten verwalteten Vermögen neu lanciert. Die UBS plant den Start ihrer Plattform in Singapur und in Hongkong im Laufe des kommenden Jahres, wie finews.ch berichtete.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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