UBP und Coutts: Abgänge, mehr Entlassungen und doch ein Erfolg

Von den ursprünglich rund 400 Angestellten von Coutts International in der Schweiz haben 150 einen neuen Vertrag der Union Bancaire Privée (UBP) erhalten. Weitere 100 Coutts-Angestellte werden vorläufig weiter beschäftigt, welche die nicht weitergeführten Aktivitäten abwickeln sollen, wie Recherchen von finews.ch ergeben haben.

Informiert wurden die Coutts-Angestellten am (gestrigen) Donnerstagmorgen, wie ein Sprecher von UBP auf Anfrage bestätigte. Damit liegt die Zahl der nun erfolgten Entlassungen höher als ursprünglich kommuniziert: Nämlich bei 120 anstatt der von der UBP im vergangenen Juni angegebenen 60 bis 110 Stellen.

Hingegen hatte die UBP damals mit 100 bis 150 Personen gerechnet, die für die Abwicklung eingesetzt werden, wie finews.ch berichtet hatte. Nun sind es 100. Diese werden nach Beendigung der Abwicklungsarbeiten, was voraussichtlich 2017 geschehen sein wird, von der UBP nicht weiter beschäftigt.

 Erfolg – Abgängen zum Trotz

Unterm Strich wird auch ersichtlich, dass in der Zwischenzeit zahlreiche Coutts der einst 400 Schweizer Angestellten abgesprungen sind; an die 30 Private Banker haben inzwischen bei anderen Banken in der Schweiz angeheuert, wie auch finews.ch verschiedentlich berichtet hatte. Auch in Asien ist es zu zahlreichen prominenten Abgängen gekommen.

Dennoch betonte der UBP-Sprecher, dass die Integration von Coutts nach Plan verlaufe. Insbesondere der Transfer der Coutts-Kundenvermögen liege über den Erwartungen.

Über 70 Prozent der Coutts-Vermögen

UBP hatte mit der Coutts-Verkäuferin, der Royal Bank of Scotland, einen Asset-Deal vereinbart und mit 60 bis 70 Prozent der verwalteten Vermögen gerechnet, welche von Coutts übernommen werden könnten.

Aktuell liege man sogar über den 70 Prozent, sagte der Sprecher. Die UBP hat kurz nach Ankündigung der Übernahme Ende vergangenen März, ein sogenanntes Retention-Programm gestartet, um möglichst viele attraktive Coutts-Kunden übernehmen zu können.

Zürich praktisch startklar

Zusammen mit den übernommenen Teams habe die UBP das angestrebte Ziel erreicht, sich neben Asien in Osteuropa und im Nahen Osten zu verstärken, so der UBP-Sprecher.

In Zürich, wo die UBP ihre Hauptplattform für das Schweiz und Offshore-Geschäft der nicht-asiatischen Märkte führen wird, ist die von Guy de Picciotto geführte Bank praktisch startklar.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat die Coutts-Integration abgesegnet und gemäss den Angaben des UBP-Sprechers ist der Prozess des Kundengeldtransfers am kommenden 2. November vollzogen.

Asien folgt im ersten Quartal

Noch nicht soweit ist die Integration von Coutts in Asien mir 13 Milliarden Dollar Kundenvermögen. UBP benötigt erst noch eine Lizenz in Hongkong, um die dort gebuchten Coutts-Vermögen übernehmen zu können.

Der Fahrplan in Asien sieht vor, dass die Transition im ersten Quartal 2016 stattfindet. Zu Personalfragen hat sich die UBP bislang noch nicht konkret geäussert.

Weil es in Singapur und in Hongkong aber deutlich weniger Doppelspurigkeiten gibt als in der Schweiz und vor allem in Zürich, wird die UBP in Asien weniger Personal entlassen. Coutts beschäftigt dort rund 450 Angestellte.

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