Puerto Rico: UBS kommt in den USA zunächst glimpflich davon

Die UBS legt mit einer Zahlung an die US-Aufsichtsbehörden Finra und SEC einen Teil des Puerto-Rico-Falles ad acta. Damit ist die Grossbank aber noch nicht aus dem Schneider.

Gegen eine Bezahlung von 33,5 Millionen Dollar legt die UBS ein Verfahren von zwei US-Regulatoren bei, wie die Börsenaufsicht SEC und die Regulierungsbehörde Finra mitteilten.

Die Behörden hatten der UBS vorgeworfen, den Verkauf von puertoricanischen Anleihenfonds, die danach stark an Wert verloren hatten, nicht überwacht zu haben. Der Fall ist schwerwiegend: Diese Anleihen, sogenannte Municipal Bonds für den Freistaat Puerto Rico, hatte die UBS selber aufgelegt, dann aufgekauft und in rund 20 Investmentfonds aufgenommen, die sie dann puertoricanischen Anlegern verkaufte.

Betrug und falsche Präsentation von Unterlagen

Die Bonds verloren 2013 stark an Wert und durch den Zahlungsausfall des Freistaates in diesem Sommer haben manche Anleger, viele von ihnen Rentner, einen Totalverlust erlitten.

Gegen die UBS liegen deshalb hunderte von Klagen vor. Die Vorwürfe lauten schlicht auf Betrug oder die falsche Präsentation von Verkaufsunterlagen. Die UBS hat die laufenden Schadenersatzklagen auf rund 1,1 Milliarden Dollar beziffert. Seit einigen Monaten werden die Verfahren einzeln von der Finra behandelt und beurteilt.

Kein Schuldeingeständnis

Die UBS hat bereits mehrere Millionen Dollar an einzelne geschädigte Anleger bezahlt, wie auch finews.ch berichtet hatte. Immerhin: Die Bank hat einen Teil des Verfahrens nun beilegen können – ohne ihre Schuld in dem Fall einzugestehen oder zurückzuweisen.

15 Millionen Dollar des vereinbarten Betrages fliessen in einen Fonds, welchen die SEC für geschädigte Anleger eingerichtet hat. Diese Anleger und ihre Klagen könnten die UBS weitere hunderte von Millionen Dollar kosten.

Ausserdem wird ein ehemaliger Broker der UBS, Jose Ramirez, von der SEC beschuldigt, Anleger zu Bond-Käufen gedrängt zu haben, indem er ihnen von der UBS vergebene Kredite aufschwatzte, welche über eine Filiale im US-Bundesstaat Utah liefen. Der Broker soll so 2,8 Millionen Dollar an Gebühren eingenommen haben.

«Margin Calls» für Rentner

Er hatte die Anleger aber nicht genügend über die Risiken aufgeklärt. Als die Bonds in ihrem Wert sanken, kamen von der UBS-Filiale so genannte «Margin Calls», die Anleger mussten Geld nachschiessen, um die Kredite zu decken.

Die SEC zählte 2013, als der Anleihenmarkt des Karibikstaates zusammenbrach, 37 Millionen solcher «Margin Calls» für Kunden von Ramirez. Die UBS entliess ihn im Januar 2014.

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