Ausbildung: Der halbe Bankenplatz berät bald nach «Modell UBS»

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Die UBS drückt dem Swiss Banking einmal mehr ihren Stempel auf: Zahlreiche Banken schliessen sich einer von der Grossbank entwickelten Zertifizierung an. Ein Teilnehmer überrascht dabei besonders.

Es ist nicht nur ein Coup für die UBS, sondern ein Schritt, der die Kultur am Schweizer Bankenplatz auf Jahre hinaus prägen wird. Wie die Grossbank am Donnerstag mitteilte, schliessen sich zahlreiche Banken einer Zertifizierung an, welche die UBS bereits vor drei Jahren zusammen mit der Swiss Association for Quality (SAQ) für ihre eigenen Kundenberater eingeführt hatte.

Credit Suisse mit im Boot

Das Zertifikat macht nun Schule. Der Mitteilung zufolge haben sich die «Banques Cantonales Latines» mit der Grossbank auf einen gemeinsamen, staatlich akkreditierten Zertifizierungsstandard für Kundenberater geeinigt.

Das bedeutet, dass die Kundenberater der Kantonalbanken der Stände Tessin, Freiburg, Genf, Jura, Wallis, Neuenburg und der Waadt bald einem Standard zu genügen haben, der auf der Vorarbeit der UBS basiert.

Besonders muss die Zusage einer weiteren gewichtigen Bank zum neuen Zertifizierungsprozess erstaunen: Ausgerechnet die Credit Suisse erklärte sich bereit, dem Standard aus der Küche der Erzrivalin UBS zu folgen. Dies überrascht umso mehr, als die zweitgrösste Schweizer Bank mit einigem Aufwand einen eigenen Zertifizierungsprozess für ihre Mitarbeiter entwickelt hatte.

Büffeln für den «Certified Wealth Management Advisor»

Anstelle der Eigeninitiativen treten nun «vergleichbare Massstäbe für die Kompetenz und das Know-how der Mitarbeitenden im Wealth Management sowie im Retail- und Firmenkundengeschäft», wie es in der Mitteilung heisst. Die neue, ebenfalls von der SAQ durchgeführte Zertifizierung decke dabei nicht nur allgemeines Fachwissen, Verhaltensregeln und bankspezifische Inhalte ab, sondern auch deren Anwendung in der Beratung.

Die SAQ ist beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) für diese nach ISO-Standard 17024 international anerkannte Zertifizierung akkreditiert. Die Zertifikate heissen in der Vermögensverwaltung «Certified Wealth Management Advisor», im Retailgeschäft «Zertifizierter Privatkundenberater» und «Zertifizierter Individualkundenberater» und im Bereich Firmenkunden «Certified Corporate Banker».

Gütesiegel für Auslandsmarkt

Vom gemeinsamen Qualitätsstandards erhoffen sich die Banken, ihre Mitarbeitenden «auch in Zukunft bestmöglich auszubilden und neue Entwicklungen zeitgerecht zu integrieren.» Zudem ermögliche der gemeinsame Branchenstandard eine Ausbildungstransparenz innerhalb der Schweizer Finanzindustrie, der auch im internationalen Private Banking als Gütesiegel wirken soll. Gleichzeitig ist die Zertifizierung ein Stück Selbstregulierung, mit dem die Banken Vorschriften des Staates zuvorkommen können.

Vor allem aber bietet der Standard die Möglichkeit, den Beratunsgprozess effizienter – sprich nach vorgeschriebenen Muster – ablaufen zu lassen und damit auch die Risiken (für die Bank) zu minimieren. Angesichts schwindender Margen und ausufernden Vorschriften ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Weitere Zugänge willkommen

Die Kundenberaterzertifizierung stehe allen Banken und weiteren interessierten Kreisen als freiwilliger Standard offen, verspricht die UBS. Nun muss sich zeigen, ob auch das «alemannische Banking» sich dafür erwärmen kann.

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Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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