Ausbildung: Der halbe Bankenplatz berät bald nach «Modell UBS»

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Bild: Shutterstock

Es ist nicht nur ein Coup für die UBS, sondern ein Schritt, der die Kultur am Schweizer Bankenplatz auf Jahre hinaus prägen wird. Wie die Grossbank am Donnerstag mitteilte, schliessen sich zahlreiche Banken einer Zertifizierung an, welche die UBS bereits vor drei Jahren zusammen mit der Swiss Association for Quality (SAQ) für ihre eigenen Kundenberater eingeführt hatte.

Credit Suisse mit im Boot

Das Zertifikat macht nun Schule. Der Mitteilung zufolge haben sich die «Banques Cantonales Latines» mit der Grossbank auf einen gemeinsamen, staatlich akkreditierten Zertifizierungsstandard für Kundenberater geeinigt.

Das bedeutet, dass die Kundenberater der Kantonalbanken der Stände Tessin, Freiburg, Genf, Jura, Wallis, Neuenburg und der Waadt bald einem Standard zu genügen haben, der auf der Vorarbeit der UBS basiert.

Besonders muss die Zusage einer weiteren gewichtigen Bank zum neuen Zertifizierungsprozess erstaunen: Ausgerechnet die Credit Suisse erklärte sich bereit, dem Standard aus der Küche der Erzrivalin UBS zu folgen. Dies überrascht umso mehr, als die zweitgrösste Schweizer Bank mit einigem Aufwand einen eigenen Zertifizierungsprozess für ihre Mitarbeiter entwickelt hatte.

Büffeln für den «Certified Wealth Management Advisor»

Anstelle der Eigeninitiativen treten nun «vergleichbare Massstäbe für die Kompetenz und das Know-how der Mitarbeitenden im Wealth Management sowie im Retail- und Firmenkundengeschäft», wie es in der Mitteilung heisst. Die neue, ebenfalls von der SAQ durchgeführte Zertifizierung decke dabei nicht nur allgemeines Fachwissen, Verhaltensregeln und bankspezifische Inhalte ab, sondern auch deren Anwendung in der Beratung.

Die SAQ ist beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) für diese nach ISO-Standard 17024 international anerkannte Zertifizierung akkreditiert. Die Zertifikate heissen in der Vermögensverwaltung «Certified Wealth Management Advisor», im Retailgeschäft «Zertifizierter Privatkundenberater» und «Zertifizierter Individualkundenberater» und im Bereich Firmenkunden «Certified Corporate Banker».

Gütesiegel für Auslandsmarkt

Vom gemeinsamen Qualitätsstandards erhoffen sich die Banken, ihre Mitarbeitenden «auch in Zukunft bestmöglich auszubilden und neue Entwicklungen zeitgerecht zu integrieren.» Zudem ermögliche der gemeinsame Branchenstandard eine Ausbildungstransparenz innerhalb der Schweizer Finanzindustrie, der auch im internationalen Private Banking als Gütesiegel wirken soll. Gleichzeitig ist die Zertifizierung ein Stück Selbstregulierung, mit dem die Banken Vorschriften des Staates zuvorkommen können.

Vor allem aber bietet der Standard die Möglichkeit, den Beratunsgprozess effizienter – sprich nach vorgeschriebenen Muster – ablaufen zu lassen und damit auch die Risiken (für die Bank) zu minimieren. Angesichts schwindender Margen und ausufernden Vorschriften ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Weitere Zugänge willkommen

Die Kundenberaterzertifizierung stehe allen Banken und weiteren interessierten Kreisen als freiwilliger Standard offen, verspricht die UBS. Nun muss sich zeigen, ob auch das «alemannische Banking» sich dafür erwärmen kann.

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