UBS: Entlassungen in der Karibik

Ein Finanzskandal und die schlechte Wirtschaftslage machen der UBS auf Puerto Rico zu schaffen. Jetzt zieht die Grossbank Konsequenzen.

Die Karibik-Insel Puerto Rico hat für die UBS derzeit nicht viel Paradiesisches. Der Inselstaat, der zum Gebiet der USA gehört, kämpft mit einer enormen Verschuldung, die Kundenvermögen schmelzen – und eine hausgemachte Finanzaffäre kostete die Schweizer Grossbank bereits Millionen.

Das zwingt die UBS, die seit mehr als fünfzig Jahren auf der Insel geschäftet, zum Handeln. Wie die Agentur «Reuters» berichtete, hat die Grossbank auf der Insel rund 15 Mitarbeitende entlassen. Die Bank selber bestätigt den Abbau von «weniger als einem Dutzend» Stellen.

Vermögen halbiert

Wie die Agentur weiter berichtet, haben die Bank bereits letzten Sommer mehrere Filialen auf dem Eiland geschlossen – auch in der Hauptstadt San Juan. In den letzten fünf Jahren hätten sich die von der UBS dort verwalteten Vermögen zudem von über 15 Milliarden auf 8,7 Milliarden Dollar beinahe halbiert.

Der Aderlass an der Kundenfront dürfte nicht zuletzt einem Skandal geschuldet sein, der seit Jahren schwelt und der UBS auch ausserhalb der Karibikinsel immer wieder unschöne Schlagzeilen einträgt.

Vergleich mit US-Behörden

Der Schweizer Grossbank wird vorgeworfen, den Verkauf von puertoricanischen Anleihenfonds, die danach stark an Wert verloren hatten, nicht überwacht zu haben. Der Fall ist schwerwiegend: Diese Anleihen, sogenannte Municipal Bonds für den Freistaat Puerto Rico, hatte die UBS selber aufgelegt, dann aufgekauft und in rund 20 Investmentfonds aufgenommen, die sie dann wiederum puertoricanischen Anlegern verkaufte. Nicht wenige erlitten in der Folge einen Totalverlust.

Gegen eine Bezahlung von 33,5 Millionen Dollar konnte die UBS letzten September ein Verfahren der amerikanischen Börsenaufsicht SEC und der Regulierungsbehörde Finra in der Sache beilegen, wie auch finews.ch berichtete.

Hunderte Klagen

Doch weiter laufen in der Sache Hunderte Klagen gegen die UBS. Die Grossbank hat die möglichen Rechtsfolgen auf rund 1,1 Milliarden Dollar beziffert, mehrere Millionen zahlte das Institut bereits an Privatkläger. Dies, obwohl die Bank nie formell eine Schuld eingestand.

Auch ausserhalb von Puerto Rico verliert die Karibik für die UBS an Strahlkraft. So wurde jüngst bekannt, dass die Grossbank einen Dach-Hedgefonds im Umfang von mehreren Hundert Millionen Dollar aus den sonnigen Cayman-Inseln nach Irland zügelte.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
  • Die geschrumpften Banken auf einen Klick
  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

Die schlimmsten Prognosen 2016

Was Anlage-Profis für 2016 prophezeien.

Selection

Wo die grossen Vermögen lagern

Hier liegt das Geld

Ein virtueller Rundgang durch die Tresore der Schweizer Banken.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

weitere News