Rothschild Bank setzt in Asien auf lokale Führungskräfte

Die Rothschild Bank hat für die Leitung des Wealth Managements in Hongkong eine erfahrene lokale Bankerin geholt. Ein Grund dafür ist, dass sie chinesisch spricht. Der Fokus auf «Locals» ist auch bei anderen Schweizer Banken spürbar.

Rothschild Wealth Management & Trust hat Audrey Zau zu ihrer neuen Leiterin für das Gebiet Nordasien bestimmt. Zau stösst von BHI Investment Advisors zu Rothschild, wo sie Alois Müller ersetzt, wie Rothschild am Freitag in Hongkong mitteilte.

Zau ist in Hongkong eine erfahrene Private Bankerin, die unter anderem während 15 Jahren als Senior Director bei der HSBC tätig war. Sie werde direkt an Richard Martin berichten, den Co-CEO von Rothschild Wealth Management & Trust.

Martin sagte gegenüber der Nachrichtenseite «Finance Asia», es sei nicht einfach gewesen, für das Nordasien-Geschäft eine erfahrene und respektierte Persönlichkeit zu finden. Der Prozess bis zu Anstellung von Zau habe rund ein Jahr in Anspruch genommen.

Starke lokale Bindung

Zaus Aufgaben hatte zuvor Müller inne, der aber Rothschild kürzlich verlassen hat. Martin sagte weiter, die Bank wollte eine Person für die Leitung des Nordasien-Geschäfts, die chinesische sprechen würde und eine starke Bindung an die Region sowie ein sehr gutes Beziehungsnetz habe.

Diese Qualifikationen scheinen für Schweizer Privatbanken nun immer wichtiger zu werden. So setzt auch Julius Bär mit Jimmy Lee auf einen lokal ansässigen Banker für die Leitung ihres Asien-Geschäfts. Lee wird per Anfang 2016 Thomas Meier ersetzen, der in die Schweiz zurückkehrt, wie finews.ch berichtete.

10 Prozent asiatische Kunden

Müller war vor zwei Jahren von der UBS zu Rothschild gestossen. Er hatte bei der Grossbank superreiche asiatische Kunden betreut. Die Rothschild Bank ist ein kleiner Player im asiatischen Wealth-Management-Geschäft.

Sie hat sich auf diskretionäre Mandate spezialisiert und glaubt, dass diese Dienstleistung bei den sehr vermögenden asiatischen Kunden laufend stärker nachgefragt wird. Martin strebt in Asien ein Wachstum der Kundengelder von 10 bis 15 Prozent an. Gemäss der Bank beläuft sich der Anteil asiatischer Kunden am gesamten Geschäft auf über 10 Prozent.

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