Wer nach der Coutts-Integration bei UBP in Zürich das Sagen hat

Die Genfer Union Bancaire Privée hat die Integration von Coutts International abgeschlossen. Private-Banking-Chef Michel Longhini erklärt exklusiv gegenüber finews.ch, was nun noch zu tun bleibt.

Am Wochenende wird bei der Union Bancaire Privée (UBP) wohl durchgearbeitet. Ab kommendem Montag beginnt bei der Genfer Bank nämlich eine neue Zeitrechnung – dann nimmt das um die Privatbank Coutts International ergänzte Finanzunternehmen seine Arbeit auf.

«Der Transfer von Personal und Kundenvermögen von Coutts International zu UBP in der Schweiz ist dieses Wochenende abgeschlossen», bestätigte Michel Longhini (Bild), Leiter Private Banking bei der UBP, gegenüber finews.ch. Die Integration sei nach Plan verlaufen.

Integration auch im Mittleren Osten

Nicht nur an den Schweizer UBP-Standorten Genf, Zürich und Basel wird dabei umgestellt. Auch im Emirat Dubai und im Fürstentum Monaco soll die letzten April angekündigte Banken-Fusion am Montag vollzogen sein.

Mit besonderer Nervosität wurde dabei die Integration des Zürcher Coutts-Standorts erwartet. Denn in der Limmatstadt beschäftigte die ehemalige Tochter der Royal Bank of Scotland (RBS) die meisten Mitarbeiter.

Die «Reise an die Bahnhofstrasse 1», das Domizil der UPB in Zürich, werde nicht ohne Entlassungen über die Bühne gehen, erwartete auch finews.ch.

Longhini zufolge bleibt es nun bei den letzten September bekanntgegebenen Abbauplänen. Demnach werden 150 von rund 450 Coutts-Angestellten bei der UBP weiterbeschäftigt.

Mehr Kundengelder angezogen

Höher als erwartet ist laut dem Private-Banking-Chef das Volumen der von Coutts zur UBP in der Schweiz übertragenen Kundengelder. «Wir konnten mehr als 70 Prozent der anfangs kalkulierten Vermögen anziehen», versicherte Longhini.

Von der Limmatstadt aus bedient UBP künftig Private-Banking-Kunden aus der Deutschschweiz sowie den deutschsprachigen Ländern, aus Nord- und Osteuropa. Ebenso avanciere Zürich zum prominenten Standort für das Geschäft mit Institutionellen, bekräftigte der UBP-Private-Banking-Chef.

Der alte Chef ist der Neue

Fest steht mittlerweile auch, wer am neuen «Hub» in Zürich das Sagen hat: Es ist Peter Schmid, der 2014 als CEO von Merrill Lynch Schweiz zu UBP wechselte und dort die Leitung am Zürcher Standort übernahm.

Entgegen den Befürchtungen kamen bei der Neuverteilung der Schlüsselpositionen bei der UBP in Zürich durchaus auch einige Coutts-Banker zum Zug.

Schlüsselpositionen auch für Coutts-Banker

Marco Bianchin etwa wird wie zuvor bei Coutts die deutschsprachigen Märkte von UBP verantworten. Ex-Coutts-Chefstratege Norman Villamin amtet künftig als Leiter Investments der neuen Organisation, während Daniel Wüthrich das internationale Wealth Management in Zürich betreut.

«Wir haben aus zwei Banken in Rekordzeit eine gut ausgewogene Organisation geschaffen», freut sich Longhini. Nun sei es an Zürich-Chef Schmid und seinem Team, die Wahrnehmung von UBP am Zürcher Bankenplatz zu verstärken.

Wer an die Bahnhofstrasse zieht

Hektisch und nicht ohne Rangeleien verlaufen ist Kennern der Bank zufolge der Umzug der Coutts Banker vom Zürcher Stadtteil Selnau an die Bahnhofstrasse 1. UBP musste für die neuen Mannschaften gar extra ein Gebäude zumieten.

Gewinner der «Zügelaktion» sind die Private Banker beider Fusionspartner. Sie sitzen nun an der prestigeträchtigen Bahnhofstrasse 1, während das Asset Management und andere Dienste mit den neuen Büros an der Claridenstrasse vorlieb nehmen müssen.

Während der integrierte Standort Zürich seine Arbeit aufnimmt, steht die Fusion in Asien erst noch bevor.

Anstehen für Banklizenz in Hongkong

Sie soll laut Longhini wie geplant im ersten Quartal 2016 vollzogen werden. «Priorität im Asien-Geschäft haben derzeit die Bewerbung um eine Banklizenz in Hongkong sowie die Migration der IT.». Die Führungsstruktur sei aber schon definiert.

Die zahlreichen Abgänge bei Coutts in Asien, über die auch finews.ch berichtete, nimmt Longhini gelassen. Der dortige Markt sei halt sehr aktiv, sagte er – und UBP habe auch neues Personal eingestellt.

Wer wird Asien-Chef?

Bezüglich Abbauten in Asien hielt sich der UBP-Banker derweil bedeckt. Es werde wohl nur wenige Entlassungen geben, liess er durchblicken.

Bis zur vollzogenen Fusion amtet Michael Blake als CEO von Coutts International in Asien (und den verbleibenden Sparten der Bank), so Longhini weiter.

Das könnte ein Indiz sein, dass Blake, der die Region aus jahrelanger Erfahrung kennt, dereinst für UBP das gesamte Asien-Geschäft führen könnte. Allerdings hat UBP erst letzten Mai Eric Morin für die Führung der eigenen Operationen in der Region an Bord geholt.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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