Libor-Skandal: Die Weko vertagt ihren Entscheid auf nächstes Jahr

UBS unter der Lupe

UBS@Shutterstock

Der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) geht die Arbeit ganz offensichtlich nicht aus: Heute Donnerstag etwa büsste sie den Telekom-Riesen Swisscom mit 7,9 Millionen Franken, weil dieser seine marktbeherrschende Stellung im Mobilfunk missbraucht habe.

In den nächsten Wochen hätten die Wettbewerbshüter auch einen der grössten Finanzskandale der letzten Jahre abhaken wollen. So kündigte die Weko bereits im letzten Frühling an, bis Ende 2015 die gegen zahlreiche Banken gerichtete Untersuchung rund um die Manipulationen des Libor-Zinssatzes abzuschliessen.

Eine Herkules-Aufgabe angesichts der knappen Personal-Ressourcen und der enormen Komplexität der internationalen Banken-Affäre.

Entscheid vertagt

Nun wird aber klar: Für die verdächtigten Banken zieht sich die Zitterpartie ins nächste Jahr. «Der Entscheid ist im Libor-Fall in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr zu erwarten», erklärte Weko-Vize-Direktor Olivier Schaller auf Anfrage von finews.ch.

Gleichzeitig versicherte Schaller, die Analyse in den Fällen der Libor-, Tibor- und Euribor-Manipulationen seien bei der Weko mittlerweile weit fortgeschritten. «Wir sind jetzt daran, die letzten Elemente zu prüfen, bevor wir zu einem Urteil gelangen.»

Wann genau das der Falls sein wird, dazu wollte sich der Weko-Vize nicht festlegen. Für seine Teams kommt erschwerend hinzu, dass sie gleichzeitig noch in der mindestens ebenso komplexen Affäre um Wechselkurs-Manipulationen zu ermitteln haben.

UBS und Credit Suisse weiter im Visier

Unter den «Parteien» in den Weko-Untersuchungen zum Libor-Fall finden sich neben zahlreichen ausländischen Playern die Schweizer Grossbanken UBS (Bild) und Credit Suisse sowie die Gottex Brokers Holding.

Während die Credit Suisse stets beteuerte, vom Libor-Skandal nicht tangiert zu sein, zeigte sich die UBS früh selber an. Damit sicherte sie sich Straffreiheit, zahlte aber in einem Vergleich mit diversen Behörden Ende 2012 eine Rekord-Busse von 1,4 Milliarden Franken.

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NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der Hedgefonds-Anbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Offenbar verzögern sich die Verhandlungen um eine zweite Finanzierungsrunde.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

Avaloq

Der Bankensoftware-Entwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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