Ein untrügliches Zeichen, dass Bargeld zunehmend out ist

Was die Kreditkarte nicht geschafft hat, sollen digitale Methoden erreichen: Das Bargeld verdrängen. Die Entwicklung hat bereits begonnen – und Produzenten von Banknoten müssen reagieren.

Knapp 390'000 Millionen Franken-Noten sind gemäss Schweizerischer National Bank im Umlauf. Die Anzahl der sich weltweit in allen Währungen im Umlauf befindenden Banknoten ist noch weitaus grösser – Schätzungen gehen von rund 375 Milliarden Stück aus.

Nun – es werden weniger. Das ist eine Entwicklung, die angesichts der Ausbreitung mobiler und bargeldloser Zahlmethoden ohnehin vorausgesagt wird, bislang aber kaum belegt ist.

2 Prozent weniger Banknoten – weltweit

Jetzt gibt es einen Beweis: Das britische Unternehmen De La Rue ist der weltweit grösste Hersteller von Banknoten. Es hat nun entschieden, seine jährliche Produktion von 8 Milliarden Banknoten um ein Viertel zu kürzen. Das bedeutet, dass der weltweite Notenumlauf um knapp 2 Prozent gekürzt wird.

De La Rue stellt vor allem Banknoten für die Commonwealth-Staaten her. In Malta schliesst das Unternehmen nun eine Produktionslinie aus Kostengründen, wie CEO Martin Sutherland diese Woche sagte. Die Massnahme erfolge im Zuge veränderter Bedürfnisse der globalen Kundschaft.

Aufstrebende digitale Bezahldienste

Das sind die Notenbanken. Die Hüter des Geldes und der Währungen sehen offenbar einen sinkenden Bedarf für Papiergeld. Beim Münzgeld hat diese Entwicklung längst begonnen. In den USA soll die Cent-Münze abgeschafft werden.

Eine Folge der Teuerung, aber auch, weil kleinere Beträge immer öfter mobil und bargeldlos bezahlt werden. Paypal und Apple Pay sind aufstrebende digitale Bezahldienste.

In der Schweiz duellieren sich derzeit zwei Anbieter um die neue Standardlösung für das mobile, bargeldlose Bezahlen und Transferieren von Geld: Paymit und Twint.

Über 800 Milliarden Dollar mobil

Mehrere zehntausend Schweizer nutzen diese Anwendungen bereits. Schätzungen, wie hoch das Transaktionsvolumen über die erst 2015 lancierten Apps bislang war, gibt es noch nicht.

Auch zum weltweiten Volumen gibt es bloss Vermutungen. Dieses soll zwischen 30 und 40 Milliarden Dollar für 2015 liegen. Die optimistischsten Auguren rechnen mit einem exponentiellen Wachstum. Schon 2019 soll das Volumen 808 Milliarden Dollar betragen, rechnete etwa der «BusinessInsider» vor.

Debatte unter Ökonomen

Die Rechnung lässt sich anhand der steigenden Anzahl mobiler und internettauglicher Telefongeräte machen. Ausserdem sinken die technologischen Hürden, und es setzen sich für die verschiedenen mobilen Geräte Technologiestandards durch.

Aber auch in Ökonomenkreisen tobt eine Debatte um die Abschaffung von Papiergeld. Auslöser ist das Null- beziehungsweise Negativzinsumfeld. Andrew Haldane, Chefökonom der Bank of England, hat die Diskussion um die Abschaffung von Bargeld diesen Sommer neu angestossen.

Negativzinsen tragen dazu bei

Würden Negativzinsen auch auf Konten von Kleinsparern angewendet, würden diese ihr Geld aus der Bank nehmen und zu Hause horten. Die Folge wäre wohl, dass sich das umlaufende Geld verknappte. Zudem verlören die Notenbanken die Kontrolle über den Geldumlauf, womit das wirtschaftliche Instrumentarium der Geld- und Währungspolitik an Wirkung einbüssen würde.

Im Umkehrschluss warf Haldane den Vorschlag in die Runde, Bargeld abzuschaffen und durch eine staatliche digitale Währung zu ersetzen. Während dieses Szenario noch sehr unwahrscheinlich ist, hat das schleichende Verschwinden von Bargeld eingesetzt. Der Notenhersteller De La Rue musste jedenfalls feststellen, dass Cash zunehmend out ist.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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