Peter Raskin: «Kluge Berater passen sich an»

Peter Raskin, CEO Berenberg Schweiz

Peter Raskin, CEO Berenberg Schweiz

Die deutsche Berenberg Bank, die auch im Schweizer Wealth Management sehr aktiv ist, hat ihr Private Banking im vergangenen Jahr umorganisiert. Kern der Einheit sind nun sieben überregionale Kompetenzzentren, die jeweils auf definierte Kundengruppen ausgerichtet sind.

Eine Beratung solle immer von den Kundenbedürfnissen ausgehen, sagt Peter Raskin, Chef des internationalen Private Bankings bei Berenberg und Chef des Schweizer Geschäfts, im Interview mit dem «Private Banking Magazin».

«Diesbezüglich wundere ich mich über die Kundensegmentierung nach Vermögensgrösse, die vor allem von den Grossbanken gelebt wird.»

Höhe der Vermögen ist zweitrangig

Den Seitenhieb kann Raskin begründen. Entscheidend bei den Kundenbedürnissen sei doch nicht die Vermögensgrösse, sondern das Umfeld, in dem sich die Kunden befänden. «Nehmen Sie die Klientel der vielumworbenen Unternehmerfamilie. Es ist eher zweitrangig, ob es sich bei deren Vermögen um 10 oder 100 Millionen Euro oder gar eine Milliarden Euro handelt,» so der 47-Jährige, der das Private Banking bei Berenberg besonders auf die Unternehmerkunden ausgerichtet hat.

Entsprechend sieht die Organisation in der Bank aus, in der Raskin inzwischen die Kompetenzzentren eingerichtet hat. Zwei davon sind auf die Unternehmerkunden ausgerichtet.

Das eine auf solche, die noch aktiv einem Familienunternehmen verbunden sind. Das zweite auf Kunden, die bereits einen Verkauf oder Börsengang getätigt haben und mit einer völlig neuen Vermögenssituation konfrontiert sind.

Sportler, Celebrities und Reeder

Ein weiteres Kompetenzzentrum betreut «Senior Executives», also Chefs oder Manager grösserer Unternehmen. Weitere Kundengruppen sind Sportler und Celebrities sowie Kunden aus der Reeder-Branche – die Berenberg Bank hat ihren Sitz in Hamburg. Die beiden letzten Gruppen bilden Stiftungen und Non-Profit-Organisationen sowie alle weiteren Vermögenden.

Raskin will die jeweils etwa fünf Spezialisten, welche den Kompetenzzentren zugeteilt sind, nicht etwa als Edelberater verstanden wissen. Alle Mitglieder seien selber Berater, die sich nicht allein um das Wissensmanagement in den Kompetenzzentren zu kümmern hätten, sondern auch um einen internen Wissenstransfer.

Anforderungen sind höher geworden

Raskin, der seit 2009 bei Berenberg ist, sagt weiter, dass sich die Themen in den Kompetenzzentren teilweise überlappten und auch darum ein überregionaler Austausch zwischen den Zentren und den Niederlassungen vonnöten sei.

Um dies hinzubekommen, seien die Kompetenzzentren aus Mitarbeitern verschiedener Niederlassungen und nach verschiedenen Fähigkeiten zusammengesetzt worden.

Der Private-Banking-Chef sagt klar, dass damit die Anforderungen für die einzelnen Berater höher geworden sind. «Den Mitarbeitern muss die zusätzliche Aufgabe als Wissensvermittler und Schnittstelle Spass machen. Dafür bekommt er die Gelegenheit, sich überregional zu positionieren.»

Private Banker müssen mehr tun

Allein die Anlageberatung sei ja durch die Regulierung zunehmend schwieriger geworden. »Private Banker müssen daher eigentlich erkennen, dass sie mehr tun müssen,» hält Raskin fest. «Kluge Private Banker hat seit jeher ausgezeichnet, dass sie anpassungsfähig sind.»

Neben einer hohen Sozialkompetenz gepaart mit viel Empathie und einem starken Wertegerüst sei diese Fähigkeit das, was Raskins Meinung nach einen guten Private Banker ausmache. «Wer nicht anpassungsfähig ist, bekommt über kurz oder lang ein Problem, vor allem wenn man irgendwann einmal nicht mehr über das eigene Kundenbuch Performance liefert.»

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

 

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Wie Goldman Sachs 1,2 Milliarden Dollar aus Libyen versenkte
  • Blackrock-Mitgründerin: «Asset Manager sind keine Banken»
  • Nullzins-Politik: Und sie funktioniert doch – sagt Mario Draghi
  • Europas Zukunft steht auf dem Spiel
  • Bankchef muss auf 41 Millionen Dollar verzichten
  • Wohnen wie Leonardo DiCaprio
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

SELECTION

Selection

Die USA, das neue Steuerparadies

Milliarden von Offshore-Geldern fliessen in die USA - die Vereinigten Staaten sind die neue Schweiz.

Selection

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Die spektakulärsten Bankgebäude der Welt

Eine Expertenjury hat die weltweit 15 beeindruckendsten Firmensitze gekürt.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der Hedgefonds-Anbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Offenbar verzögern sich die Verhandlungen um eine zweite Finanzierungsrunde.

UBS

Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

Avaloq

Der Bankensoftware-Entwickler Avaloq und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben einen Vertrag zur Evaluierung einer zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Bis zum Ende des ersten Quartals 2017 soll analysiert und erarbeitet werden, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will den britischen Versicherer Abbey Life an die Phoenix Life, eine Gesellschaft der Phoenix Group, verkaufen. Die nun geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass Phoenix Life 100 Prozent von Abbey Life zum Preis von 935 Millionen Pfund erwirbt. Abbey Life ist derzeit Teil der Deutschen Asset Management.

Schwyzer Kantonalbank

Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

Crealogix

Das Bankensoftwareunternehmen Crealogix hat für das Verwaltungsrechenzentrum St.Gallen (VRSG) ein Bankingportal für den Government-Bereich entwickelt. Die Zahlungsverkehrslösung deckt die neusten Anforderungen des Schweizer Zahlungsverkehrs ab. Sie lässt sich unabhängig von einem Online-Banking-Tool einsetzen.

Valartis

Die Valartis Gruppe hat den Vollzug der Übernahme der Liechtensteiner Tochter an die Citychamp Watch & Jewellery Group aus Hongkong abgeschlossen. Damit ist die letzte Voraussetzung für die Umsetzung der Sanierungspläne erfüllt.

Aargauer Kantonalbank

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat in Eigenregie eine neue Anleihe in der Höhe von 200 Millionen Franken aufgelegt. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre, der Coupon 0,02 Prozent.

digitalswitzerland

DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

weitere News