Das Gefecht um Kundenberater zwischen der Credit Suisse und der UBS

©Shutterstock

Vom Verkauf des US-Private-Banking-Geschäfts der Credit Suisse an Wells Fargo profitiert vor allem eine Bank: Die Erzrivalin UBS. Sie hat bereits zig Kundenberater und deren verwaltete Vermögen übernommen. Die Credit Suisse hat Beschwerde eingereicht.

Im Oktober veräusserte die Credit Suisse (CS) das US-Private-Banking-Geschäft an den Finanzriesen Wells Fargo. Der Deal regelte auch die Übernahme der rund 270 CS-Kundenberater.

Doch ein grosser Teil der Berater verschmäht den neuen Arbeitgeber und heuert bei anderen Banken an, wie finews.ch verschiedentlich berichtet hat. Die mit Abstand grösste Nutzniesserin ist ausgerechnet die UBS.

Ein Drittel will nicht zu Wells Fargo

Die Schweizer Rivalin, die in den USA rund 1 Billion Dollar Kundengelder verwaltet, hat sich bei der CS reichlich bedient und bereits über 70 Kundenberater übernommen, wie das Newsportal «Onwallstreet» am Donnerstag berichtete. Gemäss dem Portal hat sich bereits ein Drittel der CS-Berater gegen Wells Fargo entschieden.

Der Grund dafür liegt im deutlichen besseren Angebot der anderen Banken und vor allem der UBS, die den CS-Beratern einen grosszügigen Antrittsbonus bezahlt.

Wells Fargo hingegen hat eine Bonuslimite bei 5 Millionen Dollar gesetzt und die Auszahlung erst noch an die unübliche Bedingung geknüpft, dass sich der Berater für 13 Jahre an die Bank binden muss.

Klage wegen Geschäftsschädigung

Der Abwerberei will die CS nun ein Ende setzen. Deshalb hat sie bei der US-Aufsichtsbehörde Finra eine Beschwerde gegen die UBS eingereicht, einen sogenannten «Raiding Claim».

In diesem wirft die CS ihrer Konkurrentin einen gezielten Angriff vor, mit der Absicht sie zu schwächen. «Raiding Claims» sind laut dem Bericht gerechtfertigt, wenn Rivalen zu viele Mitarbeiter eines Unternehmens abwerben und dessen Geschäftsaktivitäten dadurch massiv bedroht sind.

 Weder die UBS noch die Credit Suisse wollten dazu Stellung nehmen.

Ein Akt der Verzweiflung

Die Situation ist in diesem Fall aber etwas komplizierter, da die CS ihr Geschäft ja aufgeben will. Es sei unverständlich, wie man einer Firma Schaden zufügen könne, wenn sie sich freiwillig aus einem Markt verabschiedet habe, wird ein New Yorker Rechtsanwalt von «Onwallstreet» zitiert.

Die Beschwerde sei wohl eher ein Akt der Verzweiflung, sagte ein weiterer Anwalt, der ihr wenig Chancen einräumt.

Vertragliche Details über den Verkauf des CS-Geschäfts an Wells Fargo sind nicht bekannt. Die CS kann allerdings einen Schaden geltend machen, wenn sich der Verkaufspreis an den von Wells Fargo übernommenen Kundengeldern orientiert.

Rechtliche Schritte angedroht

Gegen ihre Kundenberater fuhr die CS auch eine Drohkulisse auf, um weitere Übertritte zur UBS zu verhindern. In einem Schreiben der Bank, welches «Onwallstreet» vorliegt, heisst es: «Wie Sie wissen, hat kürzlich eine grosse Zahl von Angestellten der CS gekündigt, um bei der UBS anzuheuern, in einem Vorgehen, dass anscheinend koordiniert war.»

Weiter droht die Bank, sich bei weiteren Abgängen rechtliche Schritte vorzubehalten. Denn das Vorgehen widerspreche dem sogenannten «Protocol for Broker Recruiting». In diesem sind die Regeln bei Wechseln von Kundenberatern zur Konkurrenz festgelegt.

Ob das Schreiben an die Mitarbeiter Wirkung zeigt, ist allerdings fraglich. Headhunter sind der Meinung, die Drohung der CS sei nutzlos, da die UBS wechselwilligen Beratern juristischen Beistand leisten würde.

 

 

 

 

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • RBS: Versagen auf der ganzen Linie
  • Streitpunkt neue Kapitalregeln
mehr

SELECTION

Selection

So «pimpen» Sie Ihr Profil

Banken suchen zunehmend in den sozialen Netzwerken nach geeigneten Mitarbeitern. Hier sind die Dos and Don'ts, die es dabei zu beachten gilt.

Selection

Selection

Denke nach und werde reich

Haben Sie sich auch schon gefragt, welche Eigenschaft alle Millionäre teilen?

Selection

NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

weitere News